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Die „letzten in der Schlange“ – Afrika bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs

© REUTERS / SIPHIWE SIBEKOAusbruch von Covid-19 in Afrika (Archivfoto)
Ausbruch von Covid-19 in Afrika (Archivfoto) - SNA, 1920, 29.12.2020
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Während Europa langsam anfängt, Leute zu impfen, können andere Länder nichts tun als warten. Experten schätzen, dass ungefähr zwei Drittel aller Menschen weltweit sich noch ungefähr zwei bis drei Jahre gedulden müssen. 60 Millionen Menschen, die in Kriegsgebieten leben, könnten sogar ihre Hoffnung auf eine Impfung gänzlich aufgeben.
In dieser Woche fing Deutschland an, besonders gefährdete Personen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus zu impfen. Damit ist es nur eins von vielen anderen westeuropäischen Ländern, die noch dieses Jahr zum Zuge kommen. Anders sieht das in weniger reichen Ländern aus. Viele afrikanische Staaten hätten demnach noch gar keine Impfdosen reserviert und würden diese erst viel später kriegen. Laut dem Leiter der Afrika Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (Africa CDC), John Nkengasong, ist eine solche Verteilung „schrecklich zu sehen“. Reiche Länder erhielten den Impfstoff jetzt, während afrikanische Länder darauf verzichten, zitiert ihn die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ).
Dieses Problem ist kein neues. Bereits im Sommer habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf diese Schwierigkeit hingewiesen. Laut der WHO hätte es „besorgniserregende Anzeichen“ dafür gegeben, dass afrikanische Staaten die „Letzten in der Schlange“ seien, wenn es um den Impfstoff geht. Eine Studie des „British Medical Journals“ zeigte, dass Staaten mit 14 Prozent der Weltbevölkerung sich bisher 51 Prozent des Impfstoffes reserviert haben. Somit hätten zwei Drittel der Weltbevölkerung bis mindestens 2022 keinen Zugang zu Impfstoffen.
Prof. Wolf-Dieter Ludwig - SNA, 1920, 18.12.2020
Exklusiv: Interview mit dem Vorsitzenden der Arzneimittelkommission zum Corona-Impfstoff

Lange Wartezeit entlarvt ein kaputtes System

Die Hilfsorganisation das Rote Kreuz stellt ebenfalls besorgniserregende Prognosen: In einer Meldung warnte es davor, dass 60 Millionen Menschen in Kriegs- und Konfliktgebieten keinen Zugang zu Impfung erhalten werden. Auch Oxfam, eine Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, forderte bereits einen Impfstoff, der kostenlos und fair verteilt werden sollte. Die lange Wartezeit für den proportional größeren Teil der Weltbevölkerung „entlarve ein kaputtes System“, zitiert der „Tages-Anzeiger“.
In einer Zählung der Nachrichtenagentur „Reuters“ haben sich nachweislich 2,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus auf dem afrikanischen Kontinent angesteckt. Auch wenn viele afrikanische Staaten besser mit der Pandemie umgehen können, als die meisten amerikanischen oder europäischen Länder, ist dennoch eine zweite Welle in Afrika zu erkennen. Gerade in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, Mauretanien, Ghana und der Elfenbeinküste steigen die Zahlen drastisch. Auch in Südafrika, wo eine Mutation eines neuen Virus entdeckt wurde, zählten Behörden täglich zwischen 7500 und fast 15.000 Neuinfektionen in der vergangenen Woche.

Hoffnung auf Astra-Zeneca

Während der Pfizer-Impfstoff schwer zu lagern und transportieren ist, legen Experte ihre Hoffnungen vor allem auf den Astra-Zeneca-Impfstoff. Die Lagerung kann bei Raumtemperatur stattfinden. Außerdem sei der Hersteller vertraglich verpflichtet, den Impfstoff für die Selbstkosten zu verkaufen. Das staatlich medizinische Forschungszentrum in Kenia (Kemri) behauptet auch, dass der Impfstoff von Astra-Zeneca besser für die Verteilung auf dem gesamten Kontinent geeignet ist. Um eine Herdenimmunität von 60% zu erreichen, benötige der gesamte Kontinent jedoch ungefähr 1,5 Milliarden Impfstoffdosen.
Gesundheitsminister Jens Spahn - SNA, 1920, 15.12.2020
Corona-Bekämpfung: Spahn rechnet mit rund 60 Prozent geimpfter Bürger bis Ende Sommer
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