Nachfolge des Dalai-Lama: USA drohen China mit Sanktionen im Fall von Einmischung

© SNA / Nina AlexejewaDalai-Lama (Archiv)
Dalai-Lama (Archiv) - SNA, 1920, 29.12.2020
Der US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP ein Gesetz unterzeichnet, das Sanktionen gegen Peking im Fall einer chinesischen Einmischung in die Nachfolge des Dalai-Lama vorsieht.
Von den Gläubigen wird angenommen, dass nach dem Tod eines Dalai-Lama seine Wiedergeburt aufgefunden werden könne. Hierfür werden von der Ordensführung häufig mehrere Findungskommissionen autorisiert, die aus hochrangigen Mönchen bestehen.
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Der derzeitige 14. Dalai-Lama ist 85 Jahre alt und könnte seine Nachfolge womöglich bald regeln. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter hatte es unter anderem für möglich erklärt, dass er ein Mädchen für seine Nachfolge auswählen werde oder dass es keinen weiteren Dalai-Lama geben solle.
Mit dem Abtritt der charismatischen Führungsfigur könnte Peking versuchen, sich in die Kür des Nachfolgers einzumischen, so die Agentur.
Demzufolge sieht das US-Gesetz für Tibet vor, dass die Auswahl, Erziehung und Verehrung des Dalai-Lama und anderer angesehenster Mönche „ausschließlich spirituelle“ Angelegenheiten seien, die von den „entsprechenden religiösen Autoritäten in der tibetischen buddhistischen Tradition getroffen“ werden sollten.
Die Vereinigten Staaten würden Offizielle mit Sanktionen belegen, die „direkt mit der Identifizierung und der Amtseinführung des zukünftigen 15. Dalai-Lama der tibetischen Buddhisten beeinträchtigen“ würden, zitiert die AFP aus dem Gesetz.
Es schließt außerdem die Eröffnung neuer US-Konsulate in China aus, bis auch für die Eröffnung eines Konsulats in der tibetischen Hauptstadt Lhasa eine Genehmigung erteilt wird.
Das chinesische Außenministerium teilte am Montag laut der Nachrichtenagentur Reuters mit, es lehne die neue US-Regelung entschieden ab. Mit Tibet verknüpfte Fragen seien innere Angelegenheiten Chinas.
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Tibet, der Stammsitz der Dalai-Lama, ist eine autonome chinesische Region im Hochland des Himalaya-Gebirges. Tibet besaß bis ins 20. Jahrhundert hinein ein eigenes Staatswesen. Die gegenwärtige Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik China ist völkerrechtlich umstritten. Seit 1959 besteht eine tibetische Exilregierung, die international nicht anerkannt ist, aber von vielen Ländern unterstützt wird.
Nach AFP-Angaben gibt es „wachsende Besorgnis“, dass Peking so auf die Kür des künftigen Dalai-Lama hinwirken würde, dass die Bewegung für die Unabhängigkeit Tibets absterben werde.
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