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Kampfdrohnen: Militärexperten bewerten Hauptschwäche und Gefahr für Zivilisten

Kampfdrohne Heron-1 (Archivbild) - SNA, 1920, 28.12.2020
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In der aktuellen Debatte in Deutschland geht es darum, ob neue Drohnen vom Typ Heron TP bewaffnet werden sollen. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans und Fraktionschef Rolf Mützenich hatten die Bewaffnung der unbemannten Fluggeräte auf Eis gelegt. Bei den Koalitionspartnern von CDU und CSU sorgte dies für Empörung.
„Unter der Lärmglocke von Corona kann man eine solche Frage nicht mal schnell mit einer Haushaltsvorlage und der Bereitstellung von 25 Millionen Euro durchschieben”, mahnte Walter-Borjans.
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat sich andererseits auf die Seite der Befürworter einer Bewaffnung gestellt. Gleichzeitig unterstützt er aber wie SPD-Vizekanzler Olaf Scholz den Plan für einen weiteren Aufschub der Entscheidung. Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich für die Bewaffnung von Bundeswehr-Drohnen ausgesprochen. Als Vorteile hob er die Möglichkeit hervor, die Zahl der Piloten zu reduzieren.
Der Deutsche Bundeswehrverband forderte die SPD unterdessen auf, als Konsequenz die Auslandseinsätze der deutschen Streitkräfte zu beenden.

Aus Sicht der russischen Militärexperten sind unbemannte Fluggeräte die Zukunft der Streitkräfte, aber heute sind sie nicht perfekt. Je mehr Kampfdrohnen es in den Armeen der Welt geben wird, desto gefährlicher werden regionale Konflikte sein.

Kampfdrohnen seien ein ernstes Problem in Bezug auf die Sicherheit auf dem Schlachtfeld und Verstöße gegen internationale Kriegsregeln, sagte Militärexperte Wladimir Bogatirjow im Interview mit SNA.
„Heute haben die USA, Frankreich, Italien, Polen, die Türkei, Russland und China Drohnen. Je mehr diese Art von Waffen in den Armeen der Welt angewendet wird, desto gefährlicher, blutiger und unvorhersehbarer werden regionale Konflikte sein. Vernünftige Politiker sollten diesbezüglich sehr, sehr vorsichtig sein“, betonte der Militärexperte in Bezug auf die aktuelle Debatte in Deutschland über die Bewaffnung von Bundeswehr-Drohnen.
„Eine moderne Armee ist ohne unbemannte Fluggeräte nun kaum vorstellbar. Warum braucht aber Deutschland Kampfdrohnen, wenn es nicht außerhalb seiner Verteidigungsdoktrin kämpfen will? Berichten zufolge sind mehr als 600 davon bei der Bundeswehr im Einsatz, aber meistens erledigen sie Luftaufklärungsaufgaben. Die Einbeziehung des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg in die Diskussion im Bundestag über die Bewaffnung der Bundeswehr-Drohnen ist ein Versuch, eine positive Entscheidung für ein neues Budget durchzusetzen“, so Bogatirjow.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg  - SNA, 1920, 23.12.2020
Zum Schutz von Soldatenleben: Nato-Generalsekretär äußert sich zu Debatte um Drohnen-Bewaffnung
Ohne Drohnen sei eine moderne Kriegsführung praktisch unmöglich. Sie werden bereits mit Elementen der Präzisionslenkwaffen gleichgesetzt, aber tatsächlich seien sie dazu jedoch noch nicht bereit, betonte er. „Wie der Einsatz im Irak, in Afghanistan und anderen regionalen Konflikten zeigte, ist die Kontrollierbarkeit von Drohnen sehr gering. Es gab viele Fälle, wo Drohnenangriffe nicht feindliche Gruppen trafen, sondern Objekte, die wie ein Ziel aussahen. Infolgedessen litten die Zivilisten“, stellt der Generalmajor der Reserve fest. „Man muss realistisch sein. In Amerika hergestellte Drohnen wie die X-47A Pegasus mit einer Waffenlast von etwa zwei Tonnen sind leistungsstarke Maschinen, aber sie können Ziele immer noch nicht genau und selektiv treffen.“
Laut Konstantin Siwkow, Mitglied der Russischen Akademie der Raketen- und Artilleriewissenschaften, zeigt heute die Nato ein verstärktes Interesse an bewaffneten Drohnen. Dabei geht es laut Stoltenberg vor allem darum, das Leben von Soldaten zu schützen.„Unter diesen Umständen werden Drohnen und amerikanische Robotersysteme eingesetzt, aber beide sind für funkelektronische Bekämpfungsmittel anfällig, weil sie wegen Verletzung von Kommunikationskanälen ihre Handlungsfähigkeit verlieren“, sagte Siwkow im SNA-Gespräch. Er verwies des Weiteren darauf, dassdie Hauptschwäche der Drohnen in den Fehlern beim Zielen und in der Abhängigkeit von der Kommunikation mit dem Kontrollzentrum liege.
„Diese Waffe ist nicht das Absolute. Die Ereignisse in Syrien sind eine Bestätigung dafür. Türkische Drohnen wurden von russischen Flugabwehr-Raketensystemen Panzir-S1 zerstört. Von den 15 türkischen TAI Anka-Drohnen wurden sieben am ersten Tag noch vor Beginn der Kampfhandlungen abgeschossen. Natürlich ist ein Roboter kein Mensch, und egal mit welchem Intellekt er ausgestattet ist, kann er einen Menschen nicht ersetzen. Aber für die Lösung enger taktischer Aufgaben ist dies durchaus akzeptabel“, so Siwkow.
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