Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Wie lange hält die Immunität an? Forscher untersuchen Gedächtniszellen

Makrophage (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.12.2020
Abonnieren
Dass die Antikörper nach Covid-19 recht schnell weniger werden – ist bekannt. Aber im Körper schlummern auch nach ihrem Rückgang spezielle Zellen, die Sars-Cov-2 kennen und das Immunsystem auf den Plan rufen, wenn das Virus wiederkommt. In einer kleinen Studie haben sich australische Forscher angeschaut, wie lange diese Zellen im Blut verbleiben.
Die Frage, wie lange eine Immunität gegen das Sars-Coronavirus-2 anhält, entscheidet sowohl für den weiteren Verlauf der Pandemie als auch über die Schutzdauer durch Impfstoffe. Besorgniserregend wirken hier vor allem gelegentlich auftretenden Neu-Infektionen nach bereits überstandenem Covid-19. Die Sorge, dass der Schutz nicht lange hält, wird auch genährt vom mehr oder weniger schnellen Verschwinden von Antikörpern aus dem Blut der Gesundeten.
Allerdings sind fehlende Antikörper kein Beweis für eine fehlende Immunität und für eine langfristige sind nicht sie entscheidend. Denn nach einer durchgemachten Infektion sind im Körper verstreut auch sogenannte Gedächtniszellen unterwegs. Diese können das Virus weiterhin erkennen, weitere Zellen als Verstärkung auf den Plan rufen, die Antikörperproduktion hochfahren und so eine Immunreaktion auslösen, die den Eindringling vor einer erneuten Erkrankung im Keim erstickt.
Genau nach diesen Zellen haben australische Forscher im Rahmen einer kleinen Studie in Blutproben Ausschau gehalten, mit einem guten Ergebnis: Auch nach acht Monaten waren diese auf Sars-Cov-2 spezialisierten Zellen im Blut nachweisbar, was Hoffnung auf eine lang andauernde Immunität weckt.
Peter Kremsner, Leiter der Studie zum mRNA-Impfstoff von Curevac an der Universtität Tübingen - SNA, 1920, 19.12.2020
„Es wird Todesfälle geben und man wird sie untersuchen müssen“ – Curevac-Studienleiter
Insgesamt wurden für die Studie Blutproben von 25 Covid-19-Patienten verwendet, die zwischen dem vierten und dem 242. Tag nach einer Infektion mit dem Sars-Coronavirus-2 abgenommen wurden. Die Forscher beobachteten nicht nur den bekannten Rückgang der Antikörper ab dem 20. Tag nach der Erkrankung. Sie fertigten auch spezielle Proteine an, mit denen Gedächtniszellen im Blut entdeckt werden können, die gegen zwei Strukturen des Sars-Coronavirus-2 gerichtet sind: gegen das berühmte stachelförmige S-Protein, mit dem das Virus an menschliche Zellen andockt und gegen einen Teil der Virushülle, die erst im Inneren der Zellen freigelegt wird.
Das Ergebnis: Die Zellen liegen im Blut vor und ihre Konzentration nahm im Verlauf von acht Monaten auch nicht ab. Allerdings haben die Forscher nicht Gedächtniszellen gegen das Spike-Protein und gegen die Virushülle gesondert voneinander nachgewiesen. Dadurch lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, ob die Zellen einen guten Job bei der Infektionsbekämpfung leisten. Denn die Virushülle wird erst im Verlauf einer Infektion von einer befallenen Körperzelle präsentiert. Deshalb könnten diese Gedächtniszellen auch erst im Verlauf einer Infektion reagieren und befallene Zellen töten. Im Fall einer solchen Immunität wäre eine Wiedererkrankung möglich.
Die Teilnehmerzahl und die Menge der Blutproben sind zu gering, um zu sicheren Aussagen zu kommen. Außerdem müssten Gedächtniszellen, die gegen das Spike-Protein gerüstet sind, separat nachgewiesen werden. In diese Richtung tiefer zu forschen, scheint aber sinnvoll zu sein.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала