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Kultusministerin Eisenmann will Präsenzunterricht unabhängig von Inzidenz und erntet Empörung

© REUTERS / WOLFGANG RATTAYSchulunterricht (Archiv)
Schulunterricht (Archiv) - SNA, 1920, 28.12.2020
Schulunterricht (Archiv). Archivbild
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Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann hat sich laut dem Südwestrundfunk am Montag in Stuttgart dafür ausgesprochen, unabhängig von den Infektionszahlen Mitte Januar Kitas und Grundschulen zu öffnen, und damit für scharfe Kritik gesorgt.
Die CDU-Politikerin will sich dem SWR zufolge dafür einsetzen, dass Grundschulen und Kitas nach dem 10. Januar wieder öffnen. Gerade mit kleineren Kindern in der Grundschule sei digitaler Unterricht im Grunde nicht möglich.
„Ich gehe davon aus und werbe sehr dafür, dass wir Kitas und Grundschulen in jedem Fall wieder in Präsenz öffnen und auch Klasse 5, 6 und 7 sowie die Abschlussklassen im Blick haben – unabhängig von den Inzidenzzahlen“, zitiert der Rundfunk Eisenmann.
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Sie halte nichts von einer Verlängerung der Weihnachtsferien, die in diesem Jahr bereits Mitte Dezember – früher als gewohnt – begannen. Jeder Eingriff in die Ferien bringe neue Probleme mit sich, neue Herausforderungen für Eltern und auch für die Schulen, so die Ministerin.
Die Landesregierung reagierte auf Eisenmanns Aussage auf Twitter. Präsenzunterricht sei zwar „eminent wichtig“, gerade für die Jüngeren, und „nicht einfach zu ersetzen“. Trotzdem könnte man „nicht einfach unabhängig von der Infektionslage bzw. den Inzidenzzahlen wieder zum Präsenzunterricht übergehen“.
Viele Internetbenutzer warfen Eisenmann Fahrlässigkeit und Ignoranz vor. Die Schulen seien geschlossen worden, um die Corona-Infektionen zu reduzieren, schrieb etwa ein User unter dem Namen Carsten Singer. Daher mache es „null Sinn“, Schulen unabhängig vom Inzidenzwert zu öffnen.
Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch bezeichnete sich auf Twitter angesichts der Pläne der Kultusministerin als „fassungslos“.
„Aktuell harter Lockdown. Inzidenzen bisher kaum gesunken. Und was sagt Frau #Eisenmann? Schulen und Kitas sollen 'unabhängig von den Inzidenzen'(Originalzitat!) wieder Präsenzunterricht durchführen! Entgegen aller Empfehlungen aus der Wissenschaft!“
Der Grünen-Stadtrat Benjamin Bauer verglich eine Wiederaufnahme von Präsenzunterricht mit einer Rückkehr in ein noch brennendes Schulgebäude. Auch die baden-württembergische SPD-Fraktion verwendete die Metapher eines Feuers in Reaktion auf den Vorschlag.
Andere Kommentatoren vermuteten, Eisenmanns Aussage sei ein Teil der Wahlkampfkampagne. Die Twitterin „Miss Empty Body“ meinte, die Ministerin verarbeite ein „persönliches Schultrauma“ auf Kosten der Lehrer.
Nach jüngsten Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU) beträgt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle 81 Millionen weltweit. Bislang sind mehr als 1,7 Millionen Corona-Patienten gestorben.
In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge bisher insgesamt 1.651.834 Corona-Infizierte bis Montagmitternacht registriert – ein Anstieg um 10.976 im Vergleich zum Vortag.
Insgesamt starben laut dem Institut 30.126 Patienten an der durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenerkrankung, was ein Plus von 348 Todesfällen gegenüber Sonntag bedeutet.
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