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Ein Exportvertrag kann auch online abgeschlossen werden – Experte

© Foto : Russisches ExportzentrumVizepräsident des Russischen Exportzentrums, Sergej Wologodski
Vizepräsident des Russischen Exportzentrums, Sergej Wologodski - SNA, 1920, 27.12.2020
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Die Corona-Pandemie hatte sehr schmerzhafte Folgen für die Event-Branche. Tausende Ausstellungen und Foren mussten weltweit abgesagt werden. Die sanitären bzw. epidemiologischen Beschränkungen haben die üblichen Wege zum Absatz von Produkten quasi gelähmt.
Auf diesbezügliche Anfragen der Produzenten hat das Russische Exportzentrum operativ reagiert: Seit Juni organisiert es Business-Missionen im Online-Format, dank denen Exporteure weiterhin geschäftliche Kontakte anknüpfen können, und zwar manchmal sogar noch schneller und mit geringeren Ausgaben. Wie solche Business-Missionen im Online-Format funktionieren, sagte der Vizepräsident des Russischen Exportzentrums, Sergej Wologodski, in einem Interview für RIA Novosti.
- Herr Wologodski, hat die Pandemie russischen Exporteuren Schaden zugefügt?
- Was den Export von anderen Waren als Rohstoffe bzw. Energieträger angeht, so hat er in den ersten neun Monaten dieses Jahres 111,4 Milliarden Dollar betragen. Im Vergleich zu 2019 lässt sich sogar ein geringer Anstieg (ungefähr um zwei Prozent) beobachten. Und in manchen Bereichen legte der Export wesentlich zu. Vor allem gilt das für den Agrarsektor, für die Produktion von Medikamenten und Medizintechnik. Allerdings gibt es auch Branchen, deren Dynamik negativ war bzw. ist. Aber insgesamt sehen wir ein geringes Plus.
- Wie beantwortete das Russische Exportzentrum die Anfragen der Produzenten in den ersten Monaten der Pandemie?
- Erstens haben wir eine Hotline für Produzenten organisiert. Sie machten sich Sorgen über Probleme mit Lieferungen, mit der Überquerung der Grenzen. Manche Fragen regelten wir selbst, und notfalls schlossen sich unsere Kollegen aus den zuständigen Behörden an, die konkrete Aufgaben „manuell“ lösten. Im Rahmen des am Anfang der Pandemie gebildeten Operativstabs taten wir alles, um uns der aktuellen Realität anzupassen, wenn man bedenkt, dass es manchmal sogar mit dem ganz banalen Korrespondenzwechsel innerhalb des Landes Schwierigkeiten gab.
- Im Juni 2020 präsentierte das Russische Exportzentrum ein neues Produkt: Online-Business-Missionen. Was ist das Besondere daran? Und wieviel Zeit nimmt die Organisation einer solchen Mission in Anspruch?
- Wenn wir vom traditionellen Format einer Business-Mission reden, so sind dafür ein paar Monate nötig. Aber in diesem Jahr wurden Treffen bzw. Verhandlungen mit ausländischen Käufern auf ihrem Territorium nicht mehr möglich. Jetzt sucht das Russische Exportzentrum nach potenziellen Käufern für Exporteure auf entsprechenden Märkten, und falls ein beiderseitiges Interesse besteht, werden B2B-Treffen als Videokonferenzen organisiert. Was die Fristen angeht, so brauchen wir nach wie vor eine gewisse Zeit, um einen „Pool“ von Exporteuren zu sammeln, potenzielle Käufer im Ausland zu finden und entsprechende Online-Verhandlungen zu vereinbaren.
- Die Nachteile, die mit dem Übergang zu Online-Kontakten verbunden sind, sind nachvollziehbar. Aber vielleicht hat dieses Format auch gewisse Vorteile?
- In erster Linie sind das die Fristen und die Organisation von Veranstaltungen. Der zweite Moment besteht natürlich darin, dass unsere Exporteure keine Unkosten haben – unter anderem fallen die Reisekosten weg. Alle Business-Missionen organisieren wir auf unsere Kosten. Falls Dolmetscher nötig sind, stellen wir auch diese den Seiten zur Verfügung. Wenn man bedenkt, dass eine Business-Mission einen Monat dauert, tun wir alles Mögliche, damit das Online-Treffen zwischen dem Verkäufer und dem potenziellen Käufer unbedingt stattfindet.
- Bei Online-Business-Konferenzen kommen Dolmetscher zum Einsatz. Um welche Sprachen geht es dabei?
- Das kommt auf die ausländischen Käufer an. Falls wir eine Online-Mission für unsere Agrarunternehmen organisieren, und im Mittelpunkt der chinesische Markt steht, dann sind Russisch-Chinesisch-Dolmetscher gefragt. Falls wir Käufer aus Deutschland, Frankreich oder Italien haben, brauchen wir natürlich Dolmetscher, die mit diesen Sprachen arbeiten. Also haben wir nicht nur Russisch-Englisch-Dolmetscher.
- Was hängt dann von den Exporteuren selbst ab?
- Sie müssen die Methodik von effizienten Verhandlungen beherrschen. Im Rahmen der Vorbereitung von Business-Missionen übernimmt das Russische Exportzentrum die Aufgabe zur Erhöhung des Niveaus der Präsentationen von Firmen und ihren Produkten, organisiert Workshops, damit unsere Exporteure kurz und knapp (praktisch binnen zweier Minuten) über ihre Produkte erzählen könnten, insbesondere über ihre Vorteile gegenüber Analoga.
- Exporteure aus welchen Branchen kooperieren mit dem Russischen Exportzentrum?
- In diesem Jahr nahmen an unseren Business-Missionen viele Vertreter des Agrarsektors teil. Und unsere ersten Business-Missionen organisierten wir für Exporteure und Käufer von Verbundstoffen. Dann waren Vertreter des Agrarmaschinenbaus, des Maschinenbaus, Hersteller von Maschinen für Ölindustrie und Energetik an der Reihe. Außerdem organisierten wir Business-Missionen für Exporteure aus der chemischen und agrochemischen Branche, aus der Leichtindustrie. Wir wollten alle wichtigsten Industriezweige und besonders aktive Exporteure umfassen.
- Berichten Sie bitte über das ausländische Netzwerk des Russischen Exportzentrums. Wie große Organisationen können zu Verhandlungen mit russischen Exporteuren herangezogen werden?
- Vor allem bekommen wir die Unterstützung von unseren eigenen Vertretern bzw. Handelsvertretern im Ausland, mit denen wir immer rechnen können. Abhängig vom Niveau und Format der Kontakte versuchen wir beispielsweise, Kommerz- und Industrieministerien dieser oder jener Länder heranzuziehen. Manchmal sind das verschiedene Produzentenverbände. Als wir unsere Business-Mission für Maschinenbau organisierten, wurden sämtliche Informationen dem Verband der Maschinenbauer Kasachstans zur Verfügung gestellt, was Angaben zur Zahl der Maschinen, zu umfassenden Veranstaltungen, zu Ausstellungen im Jahr 2021, zu diesen oder jenen „Nischen“ in verschiedenen Branchen betraf, wo die Konkurrenz enorm hoch ist. Also ziehen wir natürlich nicht nur russische Experten heran, sondern alle Branchenkenner, die auf diesem Markt arbeiten.
- Und wie ist der geografische Umfang Ihrer Online-Business-Missionen?
- Ganz Europa, alle GUS-Länder. Als es um Anlagen in der Öl- und Gasbranche ging, fokussierten wir uns auf die Länder der Region am Persischen Gol. China und die Länder Südostasiens interessieren sich für Agrarprodukte. Manche Experten zeigten sich an Lieferungen nach Afrika interessiert.
- Welche Verträge wurden 2020 dank Online-Business-Missionen abgeschlossen?
- Bei Business-Missionen im Online-Format handelt es sich um ein relativ neues Produkt, das es erst seit einem halben Jahr gibt. Wir begleiten unsere Exporteure, damit ihre Kontakte im Rahmen der Business-Missionen zum Abschluss von Exportverträgen führen, wobei im Vorfeld gewisse Schritte unternommen werden. Viele Verträge werden inzwischen abgesprochen und sind schon nahezu unterzeichnungsreif, und 2021 werden wir schon in der Lage sein, über ihre Ergebnisse zu berichten und entsprechende Erfolgsgeschichten zu erzählen. Es gibt einige Unternehmen, die bereits die „Zielgerade“ erreicht haben. Aber diese Informationen können vorerst nicht bekannt gegeben werden.
- Welche Pläne hat das Russische Exportzentrum für das nächste Jahr?
- Sie sind sehr anspruchsvoll. Wir verstehen, dass die Event-Branche, die 2020 große Verluste tragen musste, sich nicht über Nacht erholen kann. Wir werden keine Großzahl von Ausstellungen sehen, an denen wir und unsere Exporteure teilnehmen könnten. Deshalb werden wir auch weiter Business-Missionen im Online-Format organisieren. Für das kommende Jahr sind schon mehr als 20 solche Missionen geplant. Deren Liste finden Sie auf unserer Website: exportcenter.ru.
- Von welchen Informationen gingen Sie aus, als Sie diese Liste erstellten?
- Von den Bedürfnissen der jeweiligen Branchen. Die Themen und den Umfang dieser Business-Missionen besprachen wir mit Geschäftsverbänden, mit der Industrie- und Handelskammer Russlands, mit dem Russischen Industriellen- und Unternehmerverband, mit der Organisation „Geschäftliches Russland“, mit unseren Kollegen aus dem Landwirtschafts- und dem Industrie- und Handelsministerium. Wir bemühten uns darum, alle Bereiche, in denen unsere Exporteure außerhalb der Rohstoff- und Energiebranche beschäftigt sind, zu umfassen.
- Findet gerade jetzt eine Online-Business-Mission statt?
- Das Russische Exportzentrum führt gerade eine Business-Mission zwecks Unterstützung russischer IT-Unternehmen durch. Im Rahmen dieses Projekts kooperieren wir mit dem Innovationszentrum „Skolkovo“, mit der Moskauer Stadtregierung und auch mit anderen Clustern, wo es exportorientierte IT-Lösungen und -Produkte gibt.
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