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Präsident des Judenrates spricht von „deutlich enthemmterem Antisemitismus“ in Deutschland

© AFP 2021 / BERND VON JUTRCZENKA / POOL / AFPJosef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland (Archiv)
Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland (Archiv)  - SNA, 1920, 25.12.2020
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Antisemitismus in Deutschland ist nach Ansicht des Präsidenten des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, in letzter Zeit in Worten deutlich enthemmter geworden. Dafür sei die Partei Alternative für Deutschland (AfD) mitverantwortlich, sagte Schuster im jüngsten „Interview der Woche“ beim Deutschlandfunk.
Wer die Beschränkungen wegen des Coronavirus mit Vorgängen im Dritten Reich vergleiche, habe von Geschichte, auch von der neueren deutschen Geschichte, keinerlei Ahnung. Wenn politisch Verantwortliche der AfD eine „Wende der Erinnerungskultur um 180 Grad“ forderten, werde das salonfähig gemacht.
Die nächste Stufe sei, dass den Worten auch Taten folgten. Als Beispiel führte der Ratspräsident den 2019 in Halle verübten Anschlag auf eine Synagoge an.
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Schuster übte Kritik an radikalen Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Es gebe Menschen, die sich durch die Einschränkung der persönlichen Freiheit in ihren Grundrechten beschränkt fühlten. Das sei nachvollziehbar. Aber diese Gruppen würden von Rechtsextremen unterwandert, die antijüdische Verschwörungsmythen verbreiteten.
„Wenn man mir Fakten zeigt, dann kann man darüber diskutieren. Solange es keine Fakten gibt – und die gibt es nicht – sind dies bösartige Mythen und Unterstellungen“, betonte Schuster.
Man dürfe nicht alle, die gegen die Corona-Regeln demonstrierten, unter einen Generalverdacht stellen. Eine geringe Einschränkung der Grundrechte sei in der gegenwärtigen Situation zwingend notwendig.
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