Ziemiak: Schröder sollte sich bei Nawalny und dessen Familie entschuldigen

© SNA / Wladimir Astapkowitsch / Zur BilddatenbankGerhard Schröder (Archiv)
Gerhard Schröder (Archiv) - SNA, 1920, 23.12.2020
Im Zusammenhang mit der Causa Nawalny hat sich der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Mittwoch auf Twitter mit einem Aufruf an Gerhard Schröder gewandt. Demnach gibt es für den Altkanzler einen triftigen Grund, sich bei Alexej Nawalny zu entschuldigen.
Die Beweise im Fall um die mutmaßliche Vergiftung des russischen Kreml-Kritikers bezeichnete der Politiker als „erdrückend“.
„Es ist das Mindeste, dass sich der Altkanzler bei Herrn Nawalny und seiner Familie für seine Beschwichtigungen entschuldigt“, schrieb Ziemiak.
Schröder sollte „klar Farbe“ bekennen und „die Drahtzieher dieses versuchten Auftragsmordes auf das Schärfste“ verurteilen, so der Generalsekretär.
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Zuvor hatte auch Nawalny den Altkanzler wegen dessen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf kritisiert. Nach den Berichten über die angebliche Vergiftung des russischen Regierungskritikers wies Schröder darauf hin, dass es sich dabei um Spekulationen handle und es keine gesicherten Fakten gebe. Einen möglichen Stopp des Pipeline-Projekts Nord Stream 2 wegen des Falls Nawalny lehnte der SPD-Politiker entschieden ab.

Causa Nawalny

Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Charité entlassen.
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Die Bundesregierung sprach bereits am 2. September von einer Vergiftung Nawalnys mit einem Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe, nachdem Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr die Belege dafür geliefert hätten. Laut dem Omsker Krankenhaus wurden in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt, als vorläufige Diagnose wurde eine Stoffwechselstörung angegeben, die ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben soll.
Gegen Vorwürfe eines Anschlags sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass Nawalnys Vergiftung bislang nicht belegt worden sei. Moskau warf dem Oppositionellen „Größenwahn“ und „Verfolgungswahn“ vor, nachdem dieser Anschuldigungen gegen den Inlandsgeheimdienst FSB erhoben hatte.
Wegen des Falls Nawalny verhängten die Europäische Union und Russland gegenseitig Sanktionen.
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