Telegram will Geld durch neue App-Funktionen verdienen

© AFP 2022 / YURI KADOBNOVdas Telegram-Symbol auf einem Smartphonebildschirm
das Telegram-Symbol auf einem Smartphonebildschirm - SNA, 1920, 23.12.2020
Pawel Durow, der Gründer des Nachrichtenkanals Telegram, hat am Mittwoch auf seinem offiziellen Telegram-Account angekündigt, angesichts des rasanten Wachstums im kommenden Jahr kostenpflichtige Inhalte einführen zu wollen. Alle derzeit kostenlosen Funktionen werden ihm zufolge aber gebührenfrei bleiben.
Bisher habe er aus seinen eigenen Ersparnissen die Ausgaben von Telegram gedeckt, schrieb Durow. Ein Dienst mit bald 500 Millionen Nutzern benötige aber mehrere hundert Millionen Dollar im Jahr, etwa für den Betrieb der Server. Ein Tech-Projekt dieser Größe habe typischerweise zwei Optionen: Selbst Geld zu verdienen, um die Kosten zu decken, oder das Unternehmen zu verkaufen, hieß es weiter. Er wolle jedoch einerseits nicht enden wie WhatsApp, dessen Gründer den Dienst an Facebook verkauften, und anderseits der Welt als ein Beispiel für ein Tech-Unternehmen dienen, das nach Integrität und Perfektion strebe. Nach einem Verkauf sei das unmöglich, das hätten traurige Beispiele wie das von WhatsApp gezeigt.

Keine Werbung in privaten Chats

Er habe sich deshalb entschieden, selbst ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Dazu zählen neue Funktionen für Unternehmen, Angebote für Premium-Nutzer und eine Werbeplattform, über die in großen Kanälen Werbung angezeigt werden kann. Diese Werbung werde allerdings nur in den großen Kanälen – wo Telegram einem sozialen Netzwerk gleiche und von denen manche Millionen Follower hätten – angezeigt, nicht aber in den privaten Chats.
„Die Kommunikation zwischen Menschen sollte frei von Werbung jeglicher Art sein“, schrieb er.
Zudem verspricht Durow, dass die Betreiber dieser großen Kanäle einen Anteil an den Werbeeinnahmen erhalten.
Diese Werbung werde nutzerfreundlich angezeigt und die Privatsphäre der Nutzer wahren.
„Die meisten Nutzer werden kaum Änderungen wahrnehmen. Alle Funktionen, die aktuell kostenlos sind, werden kostenlos bleiben“, so der Telegram-Gründer.
Durch die Einnahmen könne Telegram sein Wachstum finanzieren, neue Funktionen entwickeln und „Milliarden neue Nutzer willkommen heißen“. Er wolle aber den Werten von Telegram treu bleiben und neu definieren, „wie ein Tech-Unternehmen operieren sollte“. Das sei der „Telegram-Weg“.
Der 36-jährige Pawel Durow gilt als der russische Mark Zuckerberg. Er hat den Dienst mit Sitz angeblich in Dubai (VAE) 2013 zusammen mit seinem Bruder Nikolai gegründet. Zuvor hatten sie mit dem Netzwerk VKontakte ein Vermögen gemacht.
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