200.000 Euro Abfindung pro Person: Corona-Opfervertreter in Italien nehmen Behörden ins Visier

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Euro (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.12.2020
Die Gruppe „Noi Denunceremo“ (Wir werden anprangern), welche die Covid-19-Opfer in Italien vertritt, will laut einem Medienbericht von Mittwoch die Behörden landesweit und in den Regionen verklagen und eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro fordern.
Eine Klage im Namen von 500 Verwandten von Covid-19-Opfern sollte am Mittwoch eingereicht werden, berichtete die Zeitung „Il Giorno“. Sie richte sich gegen den Ministerpräsidenten Giuseppe Conte, den Präsidenten der Region Lombardei, Attilo Fontana, und Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza.
Je Opfer verlange die Gruppe 200.000 Euro Entschädigung, was insgesamt 100 Millionen Euro ergeben würde, hieß es. „Noi Denunceremo“ werfe den Behörden vor, in der Pandemie nicht schnell genug gehandelt zu haben, was zu gravierenden Folgen für die Wirtschaft und die Gesellschaft geführt habe.
Berichten zufolge hatte im August die Staatsanwaltschaft in Bergamo bereits ermittelt, nachdem „Noi Denunceremo“ rund 150 Anzeigen gegen unbekannt eingereicht hatte. Ein Teil der Untersuchungen habe sich auf die Frage konzentriert, warum die Politik Anfang März keine Sperrzonen um Bergamo beziehungsweise stark betroffene Vororte eingerichtet habe, hieß es.
Kritiker hinterfragen, ob Italiens Pandemie-Plan auf der Höhe der Zeit gewesen sei. Nach aktuellen Angaben (Stand Mittwoch) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben im Land bislang knapp 70.000 Menschen mit Sars-CoV-2. Die Behörden registrierten insgesamt mehr als 1,9 Millionen Corona-Infektionen.
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