Deutsche Ärzte zu Blutplasma: Kein Wundermittel gegen Covid-19, aber unterstützende Maßnahme

© SNA / Alexej Suchorukow / Zur BilddatenbankBlutspende
Blutspende  - SNA, 1920, 23.12.2020
Deutsche Unikliniken geben bestimmten Corona-Patienten seit April sogenanntes Rekonvaleszentenplasma – das Blutplasma von Menschen, die Covid-19 überstanden und Antikörper gegen Coronaviren gebildet haben. Inzwischen zeigen Mediziner vorsichtigen Optimismus hinsichtlich der Wirkweise dieser Methode.
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, genehmigte im Frühjahr eine erste klinische Prüfung mit COVID-19-Rekonvaleszentenplasma (Capsid) in Deutschland, an der sich Kliniken aus dem ganzen Land beteiligen. Das Ziel der Studie ist es, Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Sicherheit von COVID-19-Rekonvaleszentenplasma bei der Behandlung schwerer COVID-19-Erkrankungen zu gewinnen.
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An der Uniklinik Regensburg sind seit April etwa 90 Patienten Rekonvaleszentenplasma verabreicht worden. Der Leiter der Intensivmedizin, Thomas Müller, bilanziert: „Die Gabe von Rekonvaleszentenplasma ist kein Wundermittel.“ Für bestimmte Patienten könne sie aber eine unterstützende Maßnahme sein. Das gelte vor allem für jene, die sich in einem frühen Stadium der Erkrankung befänden beziehungsweise bei denen Covid-19 einen mittelschweren Verlauf nehme.
Laut den Forschern des Robert Koch-Instituts (RKI) sei eine passive Immunisierung bereits zur Eindämmung von Kinderlähmung, Mumps und Masern sowie vor Jahren gegen Sars eingesetzt worden. Die virusspezifischen neutralisierenden Antikörper „scheinen eine Schlüsselrolle bei der Viruselimination“ zu spielen. In dem Blutplasma befänden sich zudem Proteine wie das entzündungshemmende Zytokin, so dass eine Transfusion bei der Covid-19-Erkrankung „vorteilhaft sein könnte“.
Im April hatten bundesweit Unikliniken erstmals um die Mithilfe von Menschen gebeten, die eine Infektion mit dem Coronavirus durchlebt und Antikörper entwickelt hatten.
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