Altmaier: Baldige Corona-Lockerungen kaum möglich

© AFP 2022 / MICHELE TANTUSSIWirtschaftsminister Peter Altmaier (Archivbild)
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (Archivbild) - SNA, 1920, 23.12.2020
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet mit keinen schnellen Lockerungen der weitgehenden Beschränkungen in der Corona-Krise. Im Gespräch mit der dpa hat der CDU-Politiker eine Verlängerung des harten Lockdowns über den 10. Januar hinaus angedeutet.
„Solange ganz Deutschland ein riesengroßer Hotspot ist, verbieten sich Lockerungen praktisch von selbst“, sagte der Minister. Er sprach sich außerdem für einen Strategiewechsel bei der Bekämpfung des Virus aus.
Der harte Lockdown ist bisher bis zum 10. Januar befristet, damit das öffentliche Leben in Deutschland herunterfährt. Dazu gehört auch die Schließung vieler Geschäfte. Am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten.
Laut Altmaier sollte aus den letzten Monaten eine Lehre gezogen werden. Es gelte, bei der Maßnahmeneinleitung mehr von objektiven Gegebenheiten und weniger von ad-hoc-Entscheidungen auszugehen. Man habe sich darauf verständigt, dass in einer Stadt oder in einem Kreis gehandelt werden müsse, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz über einem Wert von 50 pro 100.000 Einwohner liege.
Ferner gelte es, sich an klare Richtlinien zu halten, wenn hohe Sieben-Tage-Inzidenzwerte in einem Bundesland oder in ganz Deutschland registriert worden seien. „Es macht Sinn, wenn man rechtzeitig festlegt, was zu geschehen hat, wenn Schwellenwerte überschritten werden - nicht nur in einzelnen Landkreisen, sondern in ganzen Bundesländern oder bundesweit.“ Dann könnten sich die Menschen und die Unternehmen darauf einstellen. Denn eine der schlimmsten Nebenwirkungen der Pandemie sei die ständige Ungewissheit.
Corona in Deutschland  - SNA, 1920, 16.12.2020
Corona-Lockdown in Deutschland: Diese Regeln und Einschränkungen gelten bis zum 10. Januar
„Unser Alltag wird wohl noch zwei bis drei Monate eingeschränkt sein. Ab Frühsommer wird sich unser privates gesellschaftliches Leben normalisieren“, prognostizierte Altmaier mit Blick auf den bevorstehenden Beginn der Impfungen. Nach seiner Sicht wird man noch bis zum nächsten Winter oder darüber hinaus bei bestimmten Gelegenheiten eine Maske tragen müssen. Auch werde es Großveranstaltungen wie von früher noch lange nicht geben.
Altmaier sagte außerdem, er wünsche sich, dass dieses Weihnachten insgesamt deutlich ruhiger verlaufe, als dies normal der Fall wäre. Man müsse überlegen, „wie man mit seinen Lieben so feiern kann, dass das Virus möglichst wenig Angriffsfläche hat“. „Dort, wo es nicht unmittelbar geboten ist, sollte man keine langen und weiten Reisen unternehmen und überall dort, wo es Sinn macht, sich auch einmal telefonisch oder per Videoschalte wiedersehen“, mahnte der Minister.
Altmaier konstatierte mit Bedauern, dass es seit Anfang November allen Maßnahmen zum Trotz keinen signifikanten Rückgang, sondern einen deutlichen Anstieg der Corona-Fallzahlen gebe. Der Minister setzt Hoffnung auf die seit einer Woche geltenden Maßnahmen. Diese könnten nur erfolgreich sein, „wenn wir alle konsequent unsere Kontakte reduzieren, damit es über Weihnachten und Neujahr nicht zu einer neuen Infektionswelle kommt“.
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