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Vermögensverteilung in Österreich von Ungleichheit geprägt - Studie

© SNA / Alexej Witwizkij / Zur BilddatenbankWien
Wien - SNA, 1920, 22.12.2020
Laut der neusten Studie der österreichischen Arbeitskammer ist das Privatvermögen im Lande ungleicher und ungerechter verteilt als bisher ermittelt.
Demnach verfüge das reichste ein Prozent der Bevölkerung Österreichs über 39 Prozent des Privatvermögens, wobei der ärmere Teil der Österreicher nur etwa drei Prozent des Vermögens besitze. Die Situation habe sich wegen der anhaltenden Corona-Krise noch verschlechtert, lautet die Studie.
„Die Haushalte am unteren Rand der Verteilung können auf gar keine Reserven zurückgreifen“, wird der Ökonom Jakob Kapeller von den österreichischen Medien zitiert.
Laut der AK-Studie gibt es in Österreich 155.000 Millionäre und 38 Milliardäre. Daher schlägt die Arbeitskammer vor, eine progressive Besteuerung mit Steuersätzen bis zu 10 Prozent ab einer Milliarde Euro Vermögen einzuführen. Dieses Modell könnte laut den Autoren der Studie zwischen elf und 19 Milliarden Euro in den Haushalt bringen, damit die steigende Vermögenskonzentration gedämpft werden könnte.
Ein anderes Modell, das von dem französischen Ökonomen Thomas Piketty entworfen worden war, geht von einem sogenannten „Maximalvermögen“ aus, das auch in der griechischen Antike bei Plato und Aristoteles zu treffen war. Dabei werde also vom Durchschnittsvermögen ausgegangen, wobei der Steuersatz je nach Vermögenshöhe steige. Gemäß diesem Modell würden in Österreich Vermögen ab 3 Milliarden Euro mit 90 Prozent besteuert – daraus würde der Staat dann bis zu 134 Milliarden Euro in den Haushalt bekommen. Wie Kapeller ferner mitteilte, betreffe dies 20 Haushalte der reichsten Österreicher.
Auch der AK-Chefökonom Markus Marterbauer gehört zu den Befürwortern einer progressiven Vermögenssteuer.
„Diese enorme Vermögenskonzentration schadet unserer Gesellschaft“, wird Marterbauer zitiert.
Marterbauer zufolge haben solche großen Vermögen einen enormen Einfluss auf die Wirtschaft und die Medien, was in einer Demokratie zu Problemen führen kann. Während es einerseits Superreiche gebe, würde andererseits die Armut durch die hohe Arbeitslosigkeit steigen, so der AK-Chefökonom.
Dabei sei die immer zunehmende Zahl der Langzeitarbeitslosen für die Arbeitskammer besonders besorgniserregend. Im Moment beträgt diese Zahl schon über 130.000 Menschen. In solchen Familien seien laut Marterbauer rund 60 Prozent der Kinder armutsgefährdet.
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