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Russisches Außenamt bestellt Diplomaten von Berlin, Paris und Stockholm ein

© SNA / Natalia SeliwerstowaAußenministerium Russlands (Archivfoto)
Außenministerium Russlands (Archivfoto) - SNA, 1920, 22.12.2020
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Das Außenministerium Russlands hat am Dienstag in Zusammenhang mit dem Fall Nawalny Diplomaten Deutschlands, Frankreichs und Schwedens einbestellt.
Der französische Botschafter Pierre Lévy, die ständige Vertreterin des deutschen Botschafters Beate Grzeski sowie ein Vertreter der schwedischen Botschaft sind im russischen Außenministerium eingetroffen.
Ein weiterer Grund für die Einbestellung sollen die antirussischen Sanktionen der Europäischen Union sein, meldet SNA.
Alexej Nawalny (Archivfoto) - SNA, 1920, 21.12.2020
„Geplante Fälschung“ – Russlands Sicherheitsdienst über Nawalnys „Untersuchung"
Am vorigen Tag veröffentlichte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ einen neuen Artikel, welcher auf einem Telefonat des russischen oppositionellen Bloggers Alexej Nawalny mit einem Mann basiert, der angeblich ein Beamter des russischen Sicherheitsdienstes FSB ist. Bei diesem Telefongespräch soll der Mann gestanden haben, dass es sich bei der Vergiftung Nawalnys im August dieses Jahres um ein geplantes Attentat handle. Die Informationen kamen eine Woche nach der Veröffentlichung einer Untersuchung von Bellingcat. Die Gruppe, die für antirussische Ermittlungen bekannt ist, behauptet, acht FSB-Männer gefunden zu haben, die angeblich hinter dem Attentat stünden.
Der FSB nannte das Telefongespräch eine Fälschung und wies darauf hin, dass die Spoofing-Methode, die dabei benutzt wurde, bereits mehrmals bei antirussischen Aktionen getestet worde sei und es unmöglich mache, die wirklichen Teilnehmer des Gesprächs zu identifizieren.
Zuvor nannte Russlands Präsident Wladimir Putin die Berichte von Bellingcat eine „Legalisierung der Arbeit der US-Geheimdienste”. Nawalny sei nicht wichtig genug, um ein Ziel zu sein. Wenn jemand Nawalny hätte vergiften wollen, dann wäre diese Arbeit zu Ende gebracht worden, sagte der Staatschef.

Causa Nawalny

Alexej Nawalny war am 20. August auf Flug aus Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Berliner Charité entlassen.
Die Bundesregierung sprach bereits am 2. September von einer Vergiftung Nawalnys mit einem Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe, nachdem Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr die Belege dafür geliefert hätten. Laut dem Omsker Krankenhaus wurden in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt, als vorläufige Diagnose wurde eine Stoffwechselstörung angegeben, die ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben soll.
Wladimir Putin spricht per Videokonferenz mit Journalisten am 17. Dezember 2020 - SNA, 1920, 17.12.2020
Putin zu neuen „Ermittlungen“ im Fall Nawalny: „Wenn man gewollt hätte, dann...“
Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) teilte im Okober mit, dass in den Blut- und Urinproben des russischen Bloggers und Kreml-Kritikers Alexej Nawalny Giftspuren festgestellt worden seien, welche auf einen der Nowitschok-Gruppe ähnlichen Nervenkampfstoff schließen ließen. Dieser soll jedoch nicht in der Chemiewaffenkonvention gelistet sein. Die Untersuchung beruhte demnach auf eigenen Analysen der OPCW und soll mit den Befunden der Spezial-Labore in Deutschland, Frankreich sowie in Schweden übereingestimmt haben.
Russland hat bereits mehrmals Deutschland sowie andere westliche Partner und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zur Kooperation im Fall Nawalny aufgefordert, doch weder Berlin noch Paris stellen Russland die erforderlichen Daten zur Verfügung und antworten nicht auf russische Rechtshilfegesuche.
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