Brexit-Gespräche: Scheinbar Bewegung bei Fischerei-Rechten – aber noch kein Durchbruch

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EU Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.12.2020
Bei den Gesprächen über das Brexit-Austrittsabkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien scheint es eine Bewegung in einer der umstrittensten Fragen und zwar bei Fischerei-Rechten zu geben.
Wie die Nachrichtenagentur dpa aus den Verhandlungskreisen erfuhr, entsprächen die Behauptungen über einen nahen Durchbruch in dieser Frage nicht der Wahrheit.
Am Dienstagnachmittag plant der EU-Unterhändler Michel Barnier, die EU-Staaten über den Verhandlungsstand zu informieren. Bereits am 31. Dezember wird Großbritannien den EU-Binnenmarkt und die Zollunion verlassen, deshalb hoffen beide Seiten auf eine Einigung in letzter Minute.
Brexit (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.12.2020
Britischer Minister vor Brexit-Gesprächen: EU sollte Entgegenkommen zeigen
Laut dem ehemaligen Mitglied des britischen Verhandlungsteams, Raoul Ruparel, der früher als Berater der Premierministerin Theresa May tätig war, sollten die Fangrechte der EU-Fischkutter über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg nach und nach um 35 Prozent reduziert werden. Ferner teilte Ruparel mit, dass die Briten seiner Ansicht nach die Möglichkeit weiter bekommen würden, ihre Fische zollfrei auf den europäischen Markt zu bringen. Dies solle aber mit der Möglichkeit der EU flankiert werden, Zölle für den Fall einzuführen, sollten die Briten den Zugang für Fischer aus der EU weiter einengen - jedoch nur in von unabhängiger Seite festgelegter Höhe.
Nach Angaben der Zeitung „Financial Times“ hätten auch die EU-Kreise bestätigt, dass sie ein ähnliches Angebot aus London bekommen hätten. Allerdings hieß es auf britischer Seite, dass die Positionen immer noch nicht abgestimmt seien. Die Verhandlungen würden auch am Dienstag fortgesetzt, hieß es weiter.

Übergangsfrist läuft bald aus

Die Zeit für eine Einigung wird knapp. Am 31. Dezember läuft die Übergangsfrist aus, in der Großbritannien noch den EU-Regeln für Handel, Reisen und Geschäftsbeziehungen unterworfen ist.
Formell hatte das Vereinigte Königreich bereits am 31. Januar 2020 die EU verlassen. Sollte kein Abkommen zustande kommen, befürchtet die Wirtschaft ab 2021 massive Störungen der Handelsbeziehungen sowie Zollschranken.
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