DIW-Prognose zur Konjunktur in Pandemie: Massiver Abschwung im Winter möglich

© REUTERS / Thilo SchmuelgenLockdown in Deutschland
Lockdown in Deutschland - SNA, 1920, 21.12.2020
Laut einer am Montag publik gemachten Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die erneute komplette Abriegelung die Wirtschaft im Winter einbrechen lassen.
Im Schlussquartal 2020 werde das Bruttoinlandsprodukt wohl um knapp ein Prozent schrumpfen, im ersten Quartal 2021 dürfte der Rückgang sogar noch deutlich höher ausfallen, hieß es.
„Auch wenn es schmerzlich ist, werden wir den harten Lockdown wohl bis mindestens Ende Januar durchhalten müssen“, zitiert die Agentur Reuters den DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Nur wenn sich die Lage deutlich beruhige, könne die Wirtschaft ab Februar auf ihren Erholungspfad zurückkehren.
Allerdings sei bei einem Rückgang der Infektionszahlen mit deutlichen Zuwächsen bei der Wirtschaftsleistung im Frühjahr zu rechnen, erwartet das Berliner Institut. Es deute sich sogar an, dass die Industrie relativ robust durch den Winter kommen könnte, weil sie auf die Situation besser vorbereitet sei als im Frühjahr und beispielsweise nicht unter Lieferengpässen leide.
„Auch wenn der harte Lockdown vorübergehend stärker belastet: Offenbar weckt er die Hoffnung, die Pandemie rascher in den Griff zu bekommen und so auch schneller wieder zur Normalität zurückkehren zu können", sagte DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Dies kann sich im weiteren Verlauf auch in einer günstigeren wirtschaftlichen Erholung bemerkbar machen.“

Coronavirus in Deutschland

Laut den aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es im Land (Stand Montag) knapp 1,5 Millionen bestätigte Corona-Infektionsfälle. Mehr als 26.000 Menschen sind inzwischen gestorben.
Ab dem 16. Dezember gelten in Deutschland neue Abriegelungs-Maßnahmen. Angesichts steigender Infektionszahlen beschlossen Bund und Länder, dass bis auf Lebensmittelgeschäfte oder Drogerien alle Läden schließen müssen - zunächst bis zum 10. Januar. „Basierend auf den Erfahrungen des Frühjahrs dürfte der harte Lockdown die tägliche Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft um schätzungsweise vier Prozent drücken, also um anderthalb Prozentpunkte mehr als der weiche Lockdown, der seit Anfang November gilt“, kommentierte kürzlich Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.
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