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Nawalny hat angeblich mit einem seiner „Mörder“ telefoniert – „Spiegel“ legt neuen Artikel vor

© AFP 2021 / JOHANNES EISELESpiegel-Standort in Hamburg (Archivbild)
Spiegel-Standort in Hamburg (Archivbild) - SNA, 1920, 21.12.2020
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Das Magazin „Spiegel“ hat eine Woche nach einer fragwürdigen Story über angebliche Hintermänner der Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny einen neuen Artikel veröffentlicht. Der soll auf einem Telefonat Nawalnys mit einem jener Männer basieren, in dem dieser das Attentat sogar gestehen soll. Doch nach wie vor bleiben Zweifel und Fragen.
Nach Darstellung des „Spiegel“, des mit ihm zusammenarbeitenden Konsortiums aus „CNN“, „Bellingcat“ und „The Insider“, sowie auch von Nawalny selbst, soll der neue Artikel beweisen, was der erste Artikel vom 14. Dezember noch nicht belegen konnte, dass die Behauptung zutreffe, ein Team russischer Geheimdienstmitarbeiter habe einen Giftanschlag auf Nawalny organisiert und ausgeführt.
Alexej Nawalny (Archivfoto) - SNA, 1920, 21.12.2020
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Demnach habe Nawalny am 14. Dezember, noch vor der Veröffentlichung des „Spiegel“-Artikels, mit mehreren der acht im Artikel genannten Männer telefoniert. Der Versuch einer Kontaktaufnahme Nawalnys mit diesen Männern war in dem Artikel vom 14. Dezember erwähnt worden. Bei einem dieser Telefonate soll einer von ihnen in einem 49-minütigen Gespräch mit Nawalny, das im Internet abrufbar ist, einen Giftanschlag auf Nawalny quasi eingestanden haben. Das auf der Internetplattform "The Insider" veröffentlichte russische Transkript dieses Telefonats lässt aber auch andere Schlüsse zu.
Unabhängig von diesen Zweifeln, schildert der Spiegel die Vorgänge so: Nawalny soll sich demnach als ein Assistent des Chefs des russischen Sicherheitsrates ausgegeben haben. Der erste Angerufene habe Nawalny aber an der Stimme erkannt und aufgelegt. Der zweite, dem sich Nawalny als er selbst zu erkennen gegeben haben soll, habe geschwiegen und dann aufgelegt. Dem Bericht des „Spiegel“ zufolge soll ein dritter Mann in dem erwähnten 49-minütigen Telefonat mit Nawalny erklärt haben, dass das Gift auf die Innenseite der Unterhose Nawalnys aufgetragen worden sein. Wann und wie die Männer das bewerkstelligt haben sollen, wird nicht erklärt. Der neue „Spiegel“-Artikel basiert mit Ausnahme dieser neuen Details auf dem Artikel vom 14. Dezember.
Wörtlich zitiert der „Spiegel“ aus dem Telefonat:

„‘Wo war die höchste Konzentration des Gifts?‘, fragt Nawalny. ‚Auf der Unterhose‘, antwortet der FSB-Mann. ‚An welcher Stelle der Unterhose?‘ ‚An der Innenseite‘“

Alexej Nawalny war am 20. August 2020 auf einem russischen Inlandsflug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Nach einer Notlandung in Omsk wurde er dort im Krankenhaus Nr.1 erstversorgt und sein Leben gerettet. Die Ärzte in Omsk diagnostizierten eine Stoffwechselstörung. Nach zwei Tagen konnte Nawalny zur weiteren medizinischen Behandlung nach Deutschland ausgeflogen werden. Trotz einer von einem deutschen Server ausgehenden Falschmeldung, wonach die Pisten des Flughafens von Omsk vermint worden sein sollten. Trotz einer strafrechtlichen Ermittlung gegen Nawalny, die normalerweise eine Ausreisesperre nach sich zieht. Die russische Regierung genehmigte dennoch die Verlegung Nawalnys nach Deutschland auf Wunsch seiner Familie.
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An der Berliner Charité wurde am 24. August eine angebliche Vergiftung Nawalnys bekanntgegeben. Die Bundesregierung und Nawalny selbst beschuldigen den russischen Staat, Nawalny nach dem Leben getrachtet und dazu ein Gift der Nowitschok-Gruppe verwendet zu haben, das in der früheren Sowjetunion entwickelt wurde, über das jedoch nachweislich mehrere westliche Geheimdienste verfügen. Die russische Regierung weist jede Beteiligung an einem solchen Komplott entschieden zurück und hat vier offizielle Rechtshilfeersuchen an Deutschland gerichtet, die bis heute nicht beantwortet wurden.
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