Neue Corona-Variante in Großbritannien: Maas fordert gemeinsame EU-Antwort

© AP Photo / Michael SohnBundesaußenminister Heiko Maas
Bundesaußenminister Heiko Maas - SNA, 1920, 21.12.2020
Vor dem Hintergrund der in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Mutation hat der Bundesaußenminister Heiko Maas eine gemeinsame Reaktion der Europäischen Union (EU) gefordert. Am Montag kündigte er eine Koordinierungssitzung in Brüssel noch am selben Tag an.
„Wir werden uns bei den weiteren Schritten, insbesondere wie die Maßnahmen auch über den 31.12. dieses Jahres hinaus gestaltet werden, sehr eng mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union abstimmen“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Maas. Damit solle verhindert werden, dass ein Einreisestopp über andere EU-Mitgliedstaaten umgangen wird.
Maas sprach von einer „substanziell veränderten Gefährdungseinschätzung“ in Großbritannien.
„Wir haben letztlich noch nicht abschließende Informationen, um das endgültig zu bewerten, aber wir müssen vorsichtig sein", so der deutsche Außenminister.

Sorge vor Corona-Mutation aus Großbritannien

In Großbritannien war eine Mutation des Virus entdeckt worden, die nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein könnte. Premierminister Boris Johnson hatte betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien. Die Form breitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus.
Zum Schutz vor der Mutation dürfen in Deutschland seit Montag bis zunächst 31. Dezember keine aus Großbritannien kommenden Flugzeuge mehr landen. Das hatte das Bundesverkehrsministerium am Sonntag verfügt. Ausgenommen sind demnach reine Frachtflüge. Weitere Beschränkungen sollen folgen. Auch zahlreiche andere europäische Länder hatten am Sonntag Flugverbote oder Grenzschließungen zum Vereinigten Königreich verkündet.

Aggressive Virus-Form auch in Südafrika entdeckt

Auch in Südafrika ist eine aggressive Virus-Variante aufgetaucht. Die Flugverbindungen von dort nach Deutschland sind aber noch nicht gekappt worden. „Aus Südafrika können unter Umständen noch weitere Rückreisemöglichkeiten genutzt werden“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Deswegen stelle sich aktuell auch die Frage einer Rückholaktion wie im Frühjahr nicht, als Zehntausende deutsche Touristen in einer beispiellosen Aktion aus Dutzenden Ländern ausgeflogen wurden.
Die in Großbritannien festsitzenden Deutschen müssten sich auf „erhebliche Einschränkungen“ einstellen, sagte die Sprecherin. „Wir empfehlen Betroffenen, nach Möglichkeit vor Ort zu bleiben und die Lage zu beobachten.“
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