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Drosten über Coronavirus-Variante aus Großbritannien: „Ich denke, dass das schon in Deutschland ist“

© AP Photo / Markus SchreiberDer deutsche Virologe Christian Drosten (Archiv)
Der deutsche Virologe Christian Drosten (Archiv) - SNA, 1920, 21.12.2020
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Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, hat in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem Deutschlandfunk die Berichte über eine neue, ansteckendere Coronavirus-Variante in Großbritannien kommentiert.
Laut Drosten ist die neue Mutation „gar nicht so neu“: Sie komme in England seit Ende September vor und wurde schon in Italien, in den Niederlanden, in Belgien, in Dänemark, sogar in Australien festgestellt. In Holland habe sich das Virus „gar nicht groß vermehrt“. So werde es auch in vielen anderen Ländern sein.
„Ja, ich denke, dass das schon in Deutschland ist“, zitiert das Radio den Virologen. Es könnte wissenschaftliche Neuigkeiten und Überraschungen geben. „Aber ich bin jetzt alles andere als beunruhigt, was das angeht.“
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Die Behauptungen, dass die neue Variante 70 Prozent ansteckender sein solle, wies er als unwissenschaftlich zurück. Diese Zahl sei „einfach so genannt“ worden. Es müsse recherchiert werden, ob überhaupt die Virus-Mutation am Anstieg von Corona-Infektionen in britischen Regionen – vor allem in London und der Grafschaft Kent – schuld sei, oder ob es an den Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung liege, die lockerer gewesen seien.
Drosten will nach eigenen Worten die Informationen über eine angeblich höhere Ansteckungskraft der Variante nicht verharmlosen, aber auch nicht voreingenommen sein. Angaben über die Virus-Mutation im Vereinigten Königreich seien noch lückenhaft, alle befänden sich im Moment „in einer etwas unklaren Informationslage“.
Vorläufige Datenanalysen im Zusammenhang mit der neuen Coronavirus-Variante sollen nach der Einschätzung des Berliner Virologen noch bis diese Woche abgeschlossen sein. Aus Drostens Sicht wird sich die Mutation zudem nicht negativ auf die in Kürze anlaufenden Impfungen auswirken.
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Die neue SARS-CoV-2-Variante wurde Mitte Dezember entdeckt und verbreitet sich dem britischen Gesundheitsministerium zufolge schneller als die bisher bekannte Form. Die Mutation sei in London dominant geworden.
Der Stamm sei 70 Prozent ansteckender als die Originalversion, so der britische Premierminister Boris Johnson. Laut der Rundfunkanstalt BBC soll die Virus-Variante aber nicht lebensgefährlicher sein. Es gebe auch derzeit keine Beweise, dass Impfstoffe sich auf die neue Mutation anders auswirken.
Mehr als 20 Länder, darunter mindestens 14 EU-Mitgliedstaaten, beschlossen, die Verkehrsverbindungen mit Großbritannien einzustellen oder einzuschränken. Deutschland untersagte ab Mitternacht Landungen aus dem Königreich, für Frachtflüge gelten Ausnahmen.
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