Britische Verbände warnen vor Versorgungsengpässen

© REUTERS / TOBY MELVILLEDowning Street 10 in London
Downing Street 10 in London - SNA, 1920, 21.12.2020
Angesichts geschlossener Grenzen und des gestoppten Fährverkehrs befürchten britische Verbände Versorgungsengpässe. Denn nur wenige Fuhrunternehmen würden das Risiko eingehen, ihre Fahrer nach Großbritannien zu schicken – ohne Gewissheit, dass diese auf den Kontinent zurückkehren können.
Dem Lebensmittelexperten des Handelsverbands BRC, Andrew Opie, zufolge handelt es sich um eine Hauptversorgungsroute für frische Produkte in dieser Jahreszeit. Der Chef des Transportverbands RHA, Richard Burnett, sagte am Montag gegenüber dem Sender BBC Radio 4, der Transport von frischen und verderblichen Waren sei nun die größte Herausforderung.
Der Handelsverband BRC forderte die britische Regierung und die EU auf, baldigst eine pragmatische Lösung zu finden, um Lieferstörungen zu Weihnachten möglichst zu vermeiden. Derzeit seien die Lager gefüllt. „Aber jede längere Schließung der französischen Grenze wäre ein Problem“, sagte Opie. Nach seinen Angaben würden normalerweise in der Vorweihnachtszeit etwa 10.000 Lastwagen täglich den Ärmelkanal überqueren.
Frankreich und andere EU-Staaten haben wegen der raschen Verbreitung des neuen mutierten Coronavirus-Stammes die Grenzen zu Großbritannien geschlossen. Als Folge können Lastwagen nicht mehr über den Ärmelkanal setzen. Angesichts dessen hat Premierminister Boris Johnson für Montag eine Krisensitzung der Regierung einberufen. Dabei soll geklärt werden, wie der Warenfluss unter den Verhältnissen zu gewährleisten sei.
Reiseverkehr mit Großbritannien - SNA, 1920, 21.12.2020
Corona-Mutation: Mehr als 20 Länder stoppen Reiseverkehr mit Großbritannien
Wegen des Weihnachtsgeschäfts sowie großer Lieferungen von Medizinerzeugnissen und Pflegeprodukten in der Corona-Pandemie und aufgrund der Ungewissheit hinsichtlich des Ausgangs des Brexit-Dramas herrscht ohnehin bereits seit vielen Tagen ein LKW-Chaos auf den Zufahrten zum Ärmelkanal. Der Hafen Dover und der Eurotunnel sind seit Sonntag für den Verkehr gesperrt.
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