Corona-Impfstart in Deutschland: Spahn deutet auf Anlaufprobleme hin

© REUTERS / DANIEL KARMANNGesundheitsminister Jens Spahn
Gesundheitsminister Jens Spahn - SNA, 1920, 20.12.2020
Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat auf Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Corona-Impfungen hingedeutet.
„Es wird am Anfang ruckeln, da gibt's auch nichts drumrum zu reden. Wir sind bestmöglich vorbereitet, aber jetzt wird's konkret“, sagte Spahn am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“.
Laut Spahn werde es beim Hochfahren der Impfzentren auch darauf ankommen, miteinander zu lernen.
Außerdem äußerte der Bundesgesundheitsminister seine Verwunderung darüber, dass es Kritik daran gegeben hätte, dass es zum Start zunächst nur wenig Impfstoff geben werde.
„Es ist halt zu Beginn für alle knapp. Aber das war im Übrigen auch immer bekannt. Das sage ich seit Wochen“, lautete seine Antwort.
Wie Spahn mitteilte, habe Großbritannien in den ersten zwölf Tagen 300.000 Menschen impfen können.
„Das werden wir auch in den ersten Tagen erreichen können“, sagte Spahn.
Der Eindruck, der Rest der Welt habe ganz viel Impfstoff und Deutschland habe nichts, stimme nicht, schloss der Bundesgesundheitsminister.

Spahn stellt Corona-Impfverordnung vor

Am Freitag hatte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Coronavirus-Impfverordnung vorgestellt. Diese liegt fest, in welcher Reihenfolge Menschen in Deutschland eine Corona-Schutzimpfung angeboten werden kann.
„Wir können zu Beginn der Impfung nicht allen Bürgerinnen und Bürgern gleichzeitig dieses Angebot machen. Dafür gibt es erst einmal nicht genug Impfstoff. Deshalb müssen wir priorisieren“, betonte Spahn.
Laut Spahn werde zuallerst in den Pflegeeinrichtungen geimpft, wenn die Bundesländer voraussichtlich am 27. Dezember mit den Impfungen beginnen würden.
Die von Spahn präsentierte Verordnung sieht der Gruppen vor, deren Angehörige sich mit Priorität impfen lassen können. Zur Gruppe mit „höchster Priorität“, die den Impfstoff zuerst erhalten kann, zählen jene Bürger, die über 80 Jahre alt sind. Zudem gehören dazu Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen, Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst.
Zur zweiten Gruppe mit „hoher Priorität“ zählen unter anderem Personen ab 70 Jahren sowie Bereitschaftspolizisten, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit einem Risiko ausgesetzt sind.
Die dritte Gruppe umfasst unter anderem über 60-Jährige, Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr, Personen in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen sowie Erzieher, Lehrer und Mitarbeiter im Einzelhandel.
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