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Vermeintlicher IS-Kämpfer führt „New York Times“ mit Lügengeschichten hinters Licht

© AFP 2021 / JOHANNES EISELEGebäude der "New York Times" in New York
Gebäude der New York Times in New York - SNA, 1920, 19.12.2020
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In einem renommierten Podcast der „New York Times“ beschreibt ein vermeintlicher Islamist seine „Erfahrung“ im IS*. Nach zweimonatigen Ermittlungen hat sich aber herausgestellt, dass der Mann kein Terrorist ist und wahrscheinlich nicht einmal in Syrien war. Die „New York Times“ hat den eigenen Fehler nun eingeräumt.
Der Podcast „Caliphate“ habe „den falschen oder übertriebenen Schilderungen“ einer der Hauptfiguren „zu viel Glauben geschenkt“, heißt es in einem am vergangenen Freitag veröffentlichten Artikel der „New York Times“. Die renommierte US-Zeitung ist offenbar einem Schwindler zum Opfer gefallen, welcher sich als IS-Kämpfer ausgegeben hatte.
Der selbsternannte „frühere IS-Kämpfer“ mit dem Kriegsnamen Abu Huzayfah schilderte im zwölfteiligen Podcast seine Gewalttaten im IS. Unter anderem offenbarte er Details davon, wie er in Syrien Hinrichtungen von zwei Menschen durchgeführt hätte. Im September wurde der pakistanische Kanadier mit dem richtigen Namen Shehroze Chaudhry wegen der Vortäuschung terroristischer Aktivitäten festgenommen. Die „New York Times“ leitete Untersuchungen zu dem Fall ein.
Gefängnis mit IS-Häftlingen in der syrischen Stadt Hasakeh - SNA, 1920, 19.12.2020
Lang geplante Rückholaktion: Deutschland fliegt IS-Mitglieder aus Syrien ein
Laut dem Chefredakteur der Zeitung, Dean Baquet, hat das Reporterteam keine Beweise dafür gefunden, dass der Mann tatsächlich ein IS-Henker in Syrien gewesen war. Er sei wahrscheinlich nicht einmal in Syrien gewesen, so Baquet. Er bezeichnete den vermeintlichen IS-Kämpfer als „Schwindler“ und betonte, dass alle seine Erzählungen höchstwahrscheinlich „erfunden“ seien.
Die „New York Times“ habe jedoch nicht vor, den preisgekrönten Podcast zurückzuziehen. Auch die verantwortliche Journalistin Rukmini Callimachi solle ihren Posten behalten, dürfe aber erstmals nicht mehr über Terrorismus-Themen schreiben. Die Journalistin hat sich für den Fehler bereits auf Twitter entschuldigt.
Der Fall sorgte auch bei US-Präsident Donald Trump, über den die „New York Times“ oft kritisch berichtet, für eine entsprechende Reaktion. Auf Twitter reagierte er mit Galle auf das Statement der Zeitung: „Oh, sie machen das jeden Tag mit mir. Wann werden sie sich entschuldigen?“
*Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten
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