Erdogan will „neues Kapitel“ in Beziehungen zur EU aufschlagen

© SNA / Sergey GuneevDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivfoto)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivfoto) - SNA, 1920, 19.12.2020
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag den Wunsch nach einer Verbesserung der Beziehungen zur Europäischen Union bekundet. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.
„Die Türkei will ein neues Kapitel in den Beziehungen mit der EU aufschlagen“, sagte Erdogan.
Der türkische Staatschef habe Merkel für ihre Bemühungen um die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sowie für die positiven Entwicklungen auf dem letzten EU-Gipfel gedankt.
Auf ihrem Gipfel in Brüssel am 11. Dezember hatten die Staats- und Regierungschefs der EU trotz anhaltender Konfrontation zunächst keine harten Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Stattdessen könnte es neue Strafmaßnahmen gegen einzelne Personen und Unternehmen geben, die weitere Beteiligte an der umstrittenen türkischen Suche nach Erdgas vor Zypern treffen sollen. Sanktionen gegen ganze Wirtschaftszweige oder ein EU-Waffenembargo wurden bislang nicht beschlossen. Ausgeschlossen sind damit schärfere Sanktionen aber nicht.
EU Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.12.2020
Kritik aus Griechenland und Zypern an „schwachen EU-Sanktionen“ gegen die Türkei
Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei ist derzeit angespannt. Die Staats- und Regierungschefs hatten in der vergangenen Woche auf ihrem Gipfel in Brüssel eine Liste mit neuen Sanktionen gegen die Türkei aufgestellt. Hintergrund ist ein Streit um die Erkundung von Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer, auf die neben der Türkei auch Griechenland und Zypern Anspruch erheben.

Erdgasstreit im Mittelmeer

Griechenland, Zypern und die Türkei streiten sich seit Langem um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer, wo das Forschungsschiff „Oruç Reis“ derzeit begleitet von türkischen Kriegsschiffen nach Gas sucht. Die Erkundungen sind aus Athener Sicht illegal, weil die Region zur sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehört. Auch die EU hatte die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie zu stoppen.
Ankara hingegen vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste bereits reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.
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