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„Science“ nennt den wichtigsten wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres

© SNA / Kirill BragaCorona-Impfstoff (Symbolbild)
Corona-Impfstoff (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.12.2020
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Die Entwicklung der SARS-CoV-2-Impfstoffe ist aus Sicht der US-Fachzeitschrift „Science“ der wissenschaftliche Durchbruch des Jahres 2020. Die Errungenschaft wird mit dem gleichnamigen Titel, Breakthrough of the Year, ausgezeichnet, der jährlich vergeben wird.
„In diesem Jahr wussten wir, das der Durchbruch mit Covid-19 verbunden sein wird, aber erst in den letzten Wochen wurde bekannt, dass die hochwirksamen neuen Impfstoffe gewinnen würden. Eine Zeit lang schien es, dass man nicht darauf hoffen könnte, aber nun sind die Vakzinierungen endlich im Gange“, äußerte der Chefredakteur, H. Holden Thorp.
Die Fachzeitschrift „Science“, eine der weltweit führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften, stellt jährlich eine Liste der zehn wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen oder Durchbrüche zusammen, die die Entwicklung der Wissenschaft besonders stark aus ihrer Sicht prägen. Separat wird eine Abstimmung zum Thema auf der Website der Zeitschrift durchgeführt, deren Ergebnisse nicht unbedingt der Auswahl der Redaktion gleichen.
In diesem Jahr verzichtete die Redaktion auf die Abstimmung der Leser und beschränkte sich auf ihre eigene Wahl. Diesmal wurde nicht eine konkrete wissenschaftliche Entdeckung, sondern „der Fortschritt der Menschheit bei der Entwicklung und Überprüfung der Wirkung von Impfstoffen gegen das Coronavirus“ als der wichtigste Durchbruch des Jahres gepriesen.
Corona-Ausbruch in Deutschland (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.12.2020
Regierungssprecher über aktuelle Corona-Lage in Deutschland – Video
Die ersten klinischen Studien hätten gezeigt, dass die entwickelten Impfstoffe eine Schutzwirksamkeit von 80 bis zu 95 Prozent aufweisen können, was deutlich höher sei als der gleiche Wert bei Grippeimpfstoffen, hieß es.
In die Liste der wichtigen wissenschaftlichen Errungenschaften im Jahr 2020 wurden auch die Genom-Editig-Methode CRISPR/Cas9, die die Behandlung von Bluterkrankungen ermöglicht, die erste Entdeckung der Quelle von sogenannten Schnellen Radioblitzen (FRB), „Alien-Signalen“, innerhalb der Milchstraße sowie die Entdeckung der 40.000 Jahre alten Malerei in einer Höhle auf der indonesischen Insel Sulawesi, die eine Jagdszene darstellt, aufgenommen.

Science gedenkt der Corona-Opfer

Außerdem gedachte die Science-Redaktion der verstorbenen Wissenschaftler, deren Tod Corona-bedingt war, und erinnerte unter anderem an den Augenarzt Li Wenliang aus Wuhan, der die Welt als erster über den Beginn der Epidemie informiert hatte und bereits Anfang Februar an Corona verstarb, den berühmte walisischen Klimatologen John Houghton, den exzentrischen britischen Mathematiker John Horton Conway, den russischen Physiker Mishik Kazaryan und an seine Frau, Epidemiologin Arpik Asratyan.

Corona-Impfstoffe

Zurzeit befinden sich weltweit über 170 Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung, mehr als 30 davon sind bereits in klinischer Erprobung in sogenannten Phase-III-Studien. Hier werden nur einige davon aufgelistet.

„Sputnik V“

Der russische Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus, der den Namen „Sputnik V“ erhielt, war der weltweit erste. Er wurde vom Gamaleja-Forschungsinstitut mit Unterstützung des Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) entwickelt.
Dosen für Corona-Vakzine von AstraZeneca - SNA, 1920, 14.12.2020
Tote Viren, Vektoren oder mRNA? Impfstoffe im Quervergleich
Der Impfstoff basiert auf dem Prinzip der viralen Vektoren, bei dem auf einem für Menschen harmlosen deaktivierten Adenovirus ein Stück Coronavirus angebracht wird. Nach der Impfung entsteht eine Immunabwehr – sowohl gegen das Adeno- als auch gegen das Coronavirus.
„Sputnik V“ besteht aus zwei Komponenten, die in dreiwöchigem Abstand verabreicht werden. Die klinischen Tests des Serums gegen Sars-CoV-2 hatten am 7. September in Moskau begonnen. Zwei Tage danach wurden die ersten Probanden geimpft. Insgesamt 40.000 Freiwillige nahmen an der Erprobung teil. 10.000 von ihnen sollen ein Placebo bekommen haben.
Derzeit erfolgen die klinischen Tests von „Sputnik V“ nicht nur in Russland, sondern auch in Weißrussland, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sowie in Indien und Brasilien.
Die Wirksamkeit des Impfstoffs „Sputnik V“ belief sich nach der zweiten Zwischendatenanalyse am 28. Tag nach Verabreichung der ersten Immunisierung an Freiwilligen auf 91,4 Prozent. 42 Tage nach der ersten Dosis des Impfstoffs betrug die Wirksamkeit mehr als 95 Prozent.

Impfstoff von Biontech/Pfizer

EU-weit sollen die Impfungen mit dem von der Mainzer Firma Biontech und deren US-Partner Pfizer entwickelten Impfstoff am 27. Dezember starten.
Am 9. November hatte das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech mitgeteilt, dass sein Vakzin einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 biete. Der Befund basiere auf den Zwischenergebnissen der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase.
Ein Corona-IMpfzentrum in Nürnberg - SNA, 1920, 18.12.2020
„Wir fangen bei besonders Gefährdeten an“: Spahn zu Reihenfolge bei Corona-Impfung
Der Impfstoff BNT162b2 war von der Firma im Projekt „Lighspeed“ seit Mitte Januar entwickelt worden. Die für eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie begann ab Ende Juli in verschiedenen Ländern. Inzwischen haben mehr als 43.500 Menschen mindestens eine der beiden Impfungen bekommen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Ein Impfschutz wird nach Angaben der Hersteller eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht.
Das Biontech-Präparat ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff. Es enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt – in diesem Fall das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.
Am 11. Dezember erteilte die US-amerikanische Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA dem Biontech/Pfizer-Corona-Impfstoff die Notfallzulassung. Auch Länder wie Großbritannien, Kanada, Bahrain, Saudi-Arabien, Mexiko, Ecuador und Chile haben den Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen.

Impfstoff von Moderna

Das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen Moderna hatte Mitte Mai bekanntgegeben, dass es die erste Phase der klinischen Prüfungen seines Corona-Impfstoffs erfolgreich abgeschlossen habe.
Das Unternehmen begann demnach schon im April, den neuen Impfstoff an Freiwilligen zu testen. Moderna informierte, dass nach der Verabreichung des Impfstoffes unter Kennzeichnung „mRNA-1273“ die Anzahl der Antikörper im Blut der Freiwilligen entweder höher als bei von Corona genesenen Menschen oder auf dem gleichen Niveau gewesen sei.
Ein Mitarbeiter von CureVac - SNA, 1920, 18.12.2020
Moderna vernichtet 400.000 Dosen Corona-Impfstoff
Laut dem Unternehmen erwies sich der Impfstoff als sicher – bei den Beteiligten wurden keine Komplikationen nach der Injektion des Serums nachgewiesen. Moderna hatte in den Studien mit seinen Impfstoffen eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent nach zwei Impfdosen erzielt.
Die US-amerikanische Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA hat am 17. Dezember (Ortszeit) beschlossen, dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna die Notfallzulassung zu erteilen. Das Präparat von Moderna wäre damit nach dem Vakzin des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer der zweite Corona-Impfstoff, der in den USA zugelassen wird.

Impfstoff von Sinovac

Der chinesische Hersteller „Sinovac" begann mit der Entwicklung eines Serums noch im Januar, gleich nach der offiziellen Erklärung über die Verbreitung der neuartigen Lungenkrankheit. Derzeit führt der Hersteller die dritte Testphase in Brasilien, Indonesien und der Türkei durch.
Die Impfung mit dem chinesischen „CoronaVac", die mit inaktivierten Sars-CoV-2 arbeitet, sieht zwei Spritzen in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen vor und ist für Menschen über 18 Jahren geeignet.
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