Dreijähriges Mädchen soll im Migrantenlager auf Lesbos vergewaltigt worden sein

© AP Photo / Panagiotis BalaskasFlüchtlingslager auf Lesbos
Flüchtlingslager auf Lesbos - SNA, 1920, 18.12.2020
Ein dreijähriges Mädchen soll Anfang der Woche im provisorischen Flüchtlings-Zeltlager Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos vergewaltigt worden sein. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Freitag unter Berufung auf die Organisation SOS-Kinderdörfer.
Das Kind sei am Montag bewusstlos und blutend in einem der Waschräume gefunden worden, Untersuchungen dazu liefen.
„Wir sind sehr bestürzt“, sagte Boris Breyer, Sprecher der Hilfsorganisation. „Seit das Lager auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Kara Tepe im September notdürftig errichtet wurde, weisen wir immer wieder auf die katastrophalen Bedingungen hin und warnen vor den Gefahren - vor allem für Kinder.“
Das Lager Kara Tepe wurde errichtet, nachdem das ursprüngliche Lager Moria bei einem Großbrand zerstört worden war. Damals im Spätsommer waren über Nacht rund 10 000 Flüchtlinge und Migranten obdachlos geworden.
Aktuell leben in dem neuen, provisorischen Lager rund 7500 Menschen. Die Versorgungslage und die hygienischen Bedingungen seien völlig unzureichend und die Atmosphäre höchst angespannt, sagte Breyer. Bereits in dem Vorgängercamp Moria kam es immer wieder zu Ausbrüchen von Gewalt.
Laut SOS-Kinderdörfer soll die griechische Regierung als Reaktion auf die Vergewaltigung beschlossen haben, 200 Personen, hauptsächlich Kinder und Familien, in ein anderes Lager umzusiedeln, das sich ebenfalls auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz befindet. SOS-Kinderdörfer unterstützt nach eigenen Angaben seit Jahren Flüchtlingskinder und -familien auf Lesbos mit psychologischer Hilfe und bei der Bildung.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала