Darum müssen Corona-Beschränkungen auch über den 10. Januar hinausgehen – Saar-Regierungschef

© AP Photo / Michael ProbstFrankfurt
Frankfurt  - SNA, 1920, 18.12.2020
Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Auffassung vertreten, dass der bis zum 10. Januar befristete Lockdown in der Corona-Pandemie nicht ausreichen werde. Weihnachten und Silvester könnten ihm zufolge das Infektionsgeschehen negativ beeinflussen.
Nach seinen Worten müssten sich die Menschen in Deutschland auch für die Zeit danach auf harte Einschränkungen vorbereiten.
„Mein Gefühl ist, dass es mit diesem Lockdown über den 10. Januar hinausgehen wird“, sagte Hans der Deutschen Presse-Agentur.
„Da besteht eine Gefahr, dass sich trotz Beschränkungen Kontakte vermischen. Deswegen sind wir da sehr wachsam.“
Zudem hält es der saarländische Ministerpräsident für verfrüht, im Januar großflächig zu lockern.
„Wir erleben ja im Moment, dass die Inzidenzen eher steigen als sinken“, fuhr er fort.
Die Maßnahmen bräuchten eben eine Zeit, bis sie wirkten. Ziel bleibe weiterhin, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 50 zu reduzieren.
Derzeit liege der Wert bundesweit bei 179. „Es ist sogar eine Option, zu verschärfen“, sagte Hans weiter. Seiner Ansicht nach wird das Schlimmste der Corona-Krise im kommenden Jahr vorbei sein.
„Wir werden 2021 den Exit aus der Corona-Pandemie schaffen“, sagte Hans.
„Es wird ein besseres Jahr werden als das Jahr 2020.“ Dennoch werde das nächste Jahr noch komplett von Corona geprägt sein.

Lockdown in Deutschland

In ganz Deutschland hat am Mittwoch der harte Lockdown begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Bis zum 10. Januar gelten bundesweit entsprechende Verordnungen.
Für private Treffen gilt weiterhin eine Obergrenze von fünf Personen, die aus zwei Haushalten kommen dürfen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Das gilt auch für den Aufenthalt in der Öffentlichkeit. Für die Weihnachtstage vom 24. bis 26. Dezember sollen außerdem Zusammenkünfte mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen möglich sein.
Das wegen Corona-Lockdown geschlossene KaDeWe-Einkaufszentrum in Berlin - SNA, 1920, 16.12.2020
Deutschland im „harten Lockdown“: Lage vor Ort
Am Silvester- und Neujahrstag ist es bundesweit verboten, sich zu versammeln. Auf belebten Plätzen und Straßen wird Pyrotechnik untersagt. An Silvester gelten die allgemeinen Kontaktbeschränkungen: Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet (maximal fünf Menschen).
Viele Geschäfte des Einzelhandels sowie Friseursalons, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden nach dem Bund-Länder-Beschluss geschlossen. Geöffnet bleiben sollen Lebensmittelgeschäfte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser und Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen. Medizinisch notwendige Behandlungen, wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege, bleiben aber weiter möglich.
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