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König Carl Gustaf zu Schwedens Sonderweg: „Wir sind gescheitert“

© AP Photo / Manish SwarupSchwedens König Carl XVI. Gustaf (Archivfoto)
Schwedens König Carl XVI. Gustaf (Archivfoto) - SNA, 1920, 17.12.2020
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Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat am Donnerstag die Regierung des Landes harsch kritisiert: Die Zahl der Todesfälle zeigt ihm zufolge, dass der Sonderweg im Umgang mit der Corona-Pandemie misslungen ist.
„Ich denke, wir sind gescheitert“, sagte König Carl XVI. Gustaf in einem Interview, das das schwedische Fernsehen SVT am Donnerstag ausschnittsweise veröffentlichte.
„Wir haben eine große Anzahl, die gestorben ist, und das ist schrecklich.“ Das schwedische Volk habe unter schwierigen Bedingungen enorm gelitten. In Schweden sind inzwischen mehr als 7800 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Rund 75 Prozent von ihnen waren älter als 70 Jahre.
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Carl Gustaf sagte, leid täten ihm vor allem die Familien, die sich nicht von ihren verstorbenen Verwandten hätten verabschieden können. „Ich denke, es ist eine schwere und traumatische Erfahrung, nicht herzlich Abschied nehmen zu können“, sagte der 74 Jahre alte Monarch.

Altenpflege mit großen Schwächen

Eine unabhängige Kommission hatte am Dienstag Schlussfolgerungen vorgestellt, denen zufolge die Altenpflege in Schweden große strukturelle Schwächen hat und die Behörden nicht vorbereitet waren, um mit der Pandemie umzugehen. Das Land hob im September das landesweite Verbot für Besuche von Alten in Pflegeheimen auf. Das Verbot war erlassen worden, nachdem sich der Großteil der Todesfälle mit dem Virus unter Menschen über 70 Jahren ereignet hatte, von denen viele in Pflegeheimen wohnten.
Schweden geht seit Beginn der Krise einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den Behörden deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden. Dennoch verzichtete die Regierung lange auf das Verhängen von Einschränkungen und sprach stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus.

Keine Maskenpflicht

Als Reaktion auf die steigenden Neuinfektionen verhängte die Regierung Mitte November erstmals verbindliche Einschränkungen - unter anderem für Treffen in der Öffentlichkeit und den Verkauf von Alkohol. Treffen in privaten Wohnungen werden durch die Regelung jedoch nicht eingeschränkt und auch eine Maskenpflicht gibt es nicht.
Seit Beginn der Pandemie wurden in Schweden knapp 350.000 Corona-Infektionen registriert. Allein in der vergangenen Woche wurden 500 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet. Die Pro-Kopf-Rate ist damit wesentlich höher als in den anderen skandinavischen Staaten, aber niedriger als etwa in Großbritannien, Italien, Spanien oder Frankreich.
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