Harter Lockdown hat begonnen, 25 Prozent der Weltbevölkerung werden wohl erst 2022 geimpft

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Was in der Nacht geschah - SNA, 1920, 16.12.2020
Harter Lockdown hat begonnen; Trotz Impfstart Lockdown-Maßnahmen bis Ostern erwartet; Corona-Tests für Reiserückkehrer nicht mehr kostenlos; 25 Prozent der Weltbevölkerung werden wohl erst 2022 geimpft; Geimpfte sollen Nebenwirkungen per App melden können; Mehrere Verletzte bei Unruhen in Thüringer Gefängnis
SNA präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Mittwoch geschehen ist.

Harter Lockdown hat begonnen

In Deutschland hat der harte Lockdown begonnen. Im Kampf gegen das Coronavirus wird das öffentliche Leben zum zweiten Mal in diesem Jahr heruntergefahren. Abgesehen von Lebensmittelläden und anderen Geschäften für den täglichen Bedarf ist der Einzelhandel nun vorerst bis zum 10. Januar geschlossen, auch Schulen und Kitas bleiben weitgehend zu. Mit einer schnellen Entspannung der Lage rechnet die Bundesregierung nicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte in einer Sitzung der Unionsfraktion, Januar und Februar würden nochmals richtig harte pandemische Monate werden. Mit den nun geltenden harten Einschränkungen wollen Bund und Länder erreichen, dass die Welle der Neuansteckungen gebrochen wird. Ziel ist es, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf maximal 50 zu bringen, um die Kontaktnachverfolgung wieder möglich zu machen.

Trotz Impfstart Lockdown-Maßnahmen bis Ostern erwartet

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery rechnet trotz eines früheren Impfbeginns mit harten Corona-Maßnahmen bis ins Frühjahr. Der Effekt der Impfung werde nur allmählich zur Verbesserung der Lage beitragen. Man werde bis mindestens Ostern mit den verschiedenen Lockdown-Maßnahmen leben müssen, sagt der Vorsitzende des Weltärztebundes den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Modellrechnungen zeigten, dass der harte Lockdown die Zahl der Neuninfektionen frühestens ab Ende Januar bundesweit unter den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen drücken werde. Die Bürger müssten sich daher zunächst sogar auf eine Fortsetzung der jetzigen strengen Regeln einstellen. Es werde definitiv eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus geben.

Corona-Tests für Reiserückkehrer nicht mehr kostenlos

Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit hohen Infektionszahlen im Ausland sind seit Mitternacht nicht mehr kostenlos. Dieser im Sommer eingeführte Anspruch ist jetzt ausgelaufen, wie eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums festlegt. Bisher konnten sich solche Urlauber gratis testen lassen, um eine bei der Rückkehr nach Deutschland verpflichtende Quarantäne zu verkürzen. Damit werden die Regelungen weiter verschärft. Wer eine vermeidbare Reise in Risikogebiete macht, bekommt für die Zeit der Quarantäne auch schon keine Verdienstausfallentschädigung mehr. Ausgenommen sind „außergewöhnliche Umstände“, etwa die Geburt eigener Kinder oder der Tod naher Angehöriger.

25 Prozent der Weltbevölkerung werden wohl erst 2022 geimpft

Fast jeder vierte Mensch kann möglicherweise erst frühestens im Jahr 2022 gegen Covid-19 geimpft werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA. Hintergrund sei, dass Länder mit weniger als 15 Prozent der Weltbevölkerung mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der Dosen für sich beanspruchen, während Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen mehr als 85 Prozent der Weltbevölkerung leben, den Rest unter sich aufteilen müssen.

Geimpfte sollen Nebenwirkungen per App melden können

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Bürgern nach einer Corona-Impfung die Möglichkeit geben, mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen schnell per App zu melden. Man werde das sehr, sehr transparent machen, sagte Spahn in der ARD. Vertrauen sei beim Impfen das Allerallerwichtigste. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte angekündigt, dass sie schon am 21. Dezember ihr Gutachten über den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer vorlegen will, acht Tage früher als bisher geplant.

Mehrere Verletzte bei Unruhen in Thüringer Gefängnis

Bei Unruhen in einer Justizvollzugsanstalt im Süden Thüringens sind mehrere Insassen verletzt worden. Sowohl in einer Zelle als auch im Innenhof des Gefängnisses in Untermaßfeld hätten mehrere Gefangene die Aufforderungen der Wärter missachtet, teilte die Polizei mit. In der Zelle kam es demnach zu Rauchentwicklung, zwei Männer erlitten dabei eine Rauchgasvergiftung. Ein weiterer Gefangener sei leicht verletzt worden, als er von Beamten festgesetzt wurde.
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