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Videos von Enthauptungen in Bergkarabach: Zwei Zivilisten brutal getötet

© SNA / Alexej Kudenko  / Zur BilddatenbankDie Stadt Ağdam in Bergkarabach, die seit der Waffenruhe unter aserbaidschanischer Kontrolle steht.
Die Stadt Ağdam in Bergkarabach, die seit der Waffenruhe unter aserbaidschanischer Kontrolle steht. - SNA, 1920, 16.12.2020
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Seit Wochen kursierten im Internet Videos, auf denen die Enthauptung von zwei armenischen Zivilisten in der Konfliktregion Bergkarabach zu sehen ist. Nach Angaben von „The Guardian“ ist die Echtheit der Videos inzwischen bestätigt worden. Das Kriegsverbrechen soll vermutlich von aserbaidschanischen Soldaten begangen worden sein.
Laut SNA steht ebenso die Identität der Opfer fest. Es handelt sich um einen 69-Jährigen aus dem Dorf Madatashen und einen 82-Jährigen aus dem Dorf Asych. Wie einem Guardian-Bericht zu entnehmen ist, sollen sich die zwei armenischen Zivilisten nach der Ankunft der aserbaidschanischen Armee geweigert haben, ihre Häuser in Bergkarabach zu verlassen, woraufhin sie enthauptet worden seien.
Die mutmaßlichen Täter tragen demnach Uniformen des aserbaidschanischen Militärs, wie in den Videos zu sehen sein soll. Darüber hinaus sollen im Netz zahlreiche Aufnahmen kursieren, die Misshandlungen gegen Angehörige der armenischen Ethnie in Bergkarabach zeigen würden.
Laut Egische Kirakosjan, der die Interessen Armeniens beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGRM) vertritt, hat Eriwan wegen der Enthauptung der beiden Zivilisten Klage eingereicht. Dem Gericht sollen inzwischen 66 Fälle von brutalem Umgang mit armenischen Zivilisten durch Angehörige Aserbaidschans vorliegen.
Allerdings seien bislang nur 15 als solche eingestuft worden, teilte Kirakosjan mit. Dabei sei nur eine Person nach der vereinbarten Waffenruhe verschleppt worden – alle anderen seien entweder während der Kampfhandlungen gefangen genommen worden oder Einwohner der Gebiete in Bergkarabach gewesen, die sich seit Kurzem unter aserbaidschanicher Kontrolle befinden.
Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ hatte Armenien und Aserbaidschan zuletzt aufgefordert, die mutmaßlichen Kriegsverbrechen umgehend aufzuklären. Dabei verwies die Organisation nicht nur auf die Enthauptungen der beiden Zivilisten, sondern auch auf ein Video, das zeigen soll, wie einem aserbaidschanischen Grenzsoldaten die Kehle durchgeschnitten wird.

Konflikt in Bergkarabach beigelegt

Ende September war der Konflikt in Bergkarabach eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen. Auf beiden Seiten gab es viele Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Eriwan machten sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Rund 90.000 Menschen, etwa 60 Prozent der Einwohner von Bergkarabach, flohen während der Kämpfe.
Die Konfliktparteien unternahmen mehrere Versuche, eine Waffenruhe zu vereinbaren, diese blieben jedoch erfolglos. Schließlich wurde in der Nacht zum 10. November unter Vermittlung Russlands ein Waffenstillstand geschlossen. Die Vereinbarung sieht eine vollständige Waffenruhe in Bergkarabach ab dem 10. November vor. Aserbaidschan und Armenien bleiben dabei in den von ihnen besetzten Stellungen.
Das Dokument regelt außerdem den Austausch von Kriegsgefangenen – sowie die Stationierung von russischen Friedenstruppen entlang der Berührungslinie in Bergkarabach und des Korridors Latschin.
Soldat, Symbolfoto - SNA, 1920, 14.12.2020
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