Schwedens Todeszahlen erreichten im November Höchststand seit Spanischer Grippe

© AFP 2022 / JONATHAN NACKSTRANDÄrztin in Stockholmer Krankenhaus (Archiv)
Ärztin in Stockholmer Krankenhaus (Archiv) - SNA, 1920, 15.12.2020
Schweden hat im November die höchsten Todeszahlen seit der Spanischen Grippe verzeichnet. Dies gab die staatliche Statistikbehörde (SCB) des Landes unter Berufung auf vorläufige Angaben bekannt.
Das skandinavische Land hatte demzufolge im November 8088 Tote zu beklagen. In den Jahren von 2015 bis 2019 seien in demselben Zeitraum durchschnittlich 7383 Menschen gestorben. Dies bedeute eine Übersterblichkeitsrate von zehn Prozent im November 2020.
Im November 1918 – während des Ausbruchs der Spanischen Grippe – seien 16.600 Menschen in Schweden gestorben, zitiert die Behörde ihren Experten Tomas Johansson.
Flandern - SNA, 1920, 15.12.2020
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Die überhöhte Sterblichkeit betreffe allerdings nur über 65-Jährige. Es seien im November dieses Jahres weniger Tote unter Kindern und Erwachsenen im Alter bis zu 64 Jahren als im Durchschnitt.
„Seit dem Jahresanfang waren die Todeszahlen auf einem normalen Niveau für den Zeitraum, aber binnen November stieg die Zahl der Gestorbenen wesentlich“, so Johansson.
Nach jüngsten Angaben der US-amerikanischen Johns Hopkins University (JHU) beträgt die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle mehr als 73 Millionen weltweit. Bislang sind 1,6 Millionen Corona-Patienten gestorben.
In Schweden wurden der JHU zufolge bisher insgesamt 341.029 Corona-Infizierte registriert. 7667 Patienten starben an der durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenerkrankung. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist die Sterberate um ein Vielfaches höher als in den nordischen Nachbarländern, im Vergleich zu einigen größeren europäischen Ländern aber niedriger.
Seit Beginn der Corona-Pandemie verfolgt Schweden eine lockerere Strategie als andere Staaten. Die Regierung verzichtete lange auf das Verhängen von Einschränkungen und sprach stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus.
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