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Prognose für 2021: „Gigantische Pleite- und Insolvenzwelle kommen auf uns zu“

© REUTERS / WOLFGANG RATTAYSchließung von Geschäften
Schließung von Geschäften - SNA, 1920, 15.12.2020
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Als ein Jahr des Umbruchs und des Paradigmenwechsels wird 2020 für den Ökonomen Marc Friedrich in die Geschichtsbücher eingehen. Das wird sich 2021 noch mehr zuspitzen. Warum? Im Gespräch mit SNA redet der Bestsellerautor Tacheles.
- Herr Friedrich, wir haben ein turbulentes Jahr hinter uns. Gut möglich, dass sich in der Zukunft Historiker nicht mit einer Epoche, sondern einer Woche aus 2020 befassen werden. Wie würden Sie auf das Jahr bisher zurückblicken?
Das Jahr 2020 ist ein Jahr des Umbruchs und des Paradigmenwechsels. Der neue Zyklus hat definitiv begonnen und wird auch in die Geschichtsbücher als solcher eingehen. Wir erleben eine historische Zeitenwende, wir sind mittendrin statt nur dabei. Das ist auch nicht mehr umzukehren.
Das heißt, es werden große Veränderungen jeglicher Natur stattfinden – nicht nur monetär, sondern auch gesellschaftlich, politisch und medial. Da werden wir noch oft zurückschauen, auf den Knackpunkt schlechthin. Nun liegt es in unserer Hand, ob dieser Zyklen-Wechsel positiv, oder negativ ausgehen wird.
- Maßgeblich geprägt wurde das Jahr 2020 natürlich durch die Covid-19-Pandemie. Ich meine, ich sitze hier Ende November im Home-Office und wir können im zweiten Lockdown wahrscheinlich gerade den Clubs und Restaurants beim Sterben zusehen. Laut einer Umfrage der Dehoga, dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, sehen sich über 70 Prozent der gastgewerblichen Betriebe aktuell in ihrer Existenz gefährdet. Was kommt da noch auf uns zu?
Wie von mir prognostiziert, werden wir weiter eine „Salamitaktik“ der Regierungen weltweit sehen - ein Lockdown nach dem anderen. Ich hatte schon nach dem ersten Lockdown gesagt, dass der zweite kommen wird, sobald die Temperaturen sinken und die Nase wieder läuft. Den haben wir jetzt und natürlich werden uns auch immer weitere, längere Zeiträume genannt. Erst war es bis Ende November, dann Mitte Dezember, dann war es nach Weihnachten.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier - SNA, 1920, 14.12.2020
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Nach Weihnachten wird man uns sagen, jetzt habt ihr euch alle getroffen und nicht schön gefolgt, die Fallzahlen steigen, jetzt muss man es doch bis Februar, März, April verlängern. So wird man dann wahrscheinlich bis Ende April oder Anfang Mai im Lockdown leben.
Es kommt eine gigantische Pleitewelle und eine Insolvenzwelle auf uns zu. Die Arbeitslosigkeit wird natürlich stark steigen. Es kommen Rettungspakete, Konjunkturpakete, Gelddruckpakete der Notenbanken, die ihresgleichen suchen werden. Wir werden eine komplette Inflationierung des Geldsystems sehen, massive Kollateralschäden in jeglichen Richtungen.
Das wird bewusst herbeigeführt unter dem Deckmantel der Pandemie, deren Zahlen das so nicht hergeben, wie gerade agiert wird. Das ist für mich verantwortungslos und gemeingefährlich und ich bin gespannt, wie lange die Menschen sich das noch bieten lassen. Da werden wir auch große Veränderungen sehen und das wird sehr interessant und spannend. Ich glaube 2021 wird noch heftiger, krasser und prägender als 2020.
- Die Prognose der EU-Kommission vom November 2020 sieht eine Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts für 2020 von -5,6 Prozent, aber 2021 sagt sie immerhin wieder +3,5 Prozent vorher. Sind wir also nicht schon über den Berg?
Es wird keine V-förmige Erholung geben. 3,5 Prozent klingt erstmal sehr gigantisch, aber wir sind ja sehr tief und dann noch lange nicht bei dem Vorkrisen-Niveau. Ich erwarte nicht, dass wir eine V-förmige Erholung sehen, sondern das Gegenteil.
Die Hoffnung liegt natürlich auf dem Impfstoff und dass sich alle durchimpfen lassen. Das müssen wir erstmal sehen, ob das wirklich so passiert, ob der Impfstoff keine Nebenwirkungen hat, ob der wirklich so verträglich ist, ob er so eine Durchschlagskraft hat.
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Ich bin da sehr skeptisch und würde sagen, es gibt zwar eventuell einen Impfstoff gegen Corona, aber es gibt keinen Impfstoff gegen das Gelddrucken der Notenbanken, gegen die Inflationierung des Geldsystems, gegen die Schuldenberge, die wir hier anhäufen. Gegen den Wahnsinn der Notenbanken und der Politik gibt es leider keinen Impfstoff.
Wobei, man kann sich natürlich in durch die Natur limitierte Sachwerte monetär absichern, das wäre eine Art Impfstoff. Aber die Kollateralschäden, die sind ja da. In Form von Unternehmen die wirklich Insolvent gehen, in Zombiefirmen, in Menschen die wirklich vor dem Existenzaus stehen und Angst haben um ihren Arbeitsplatz, um ihren Job, um ihre Selbstständigkeit. Also die Kleinkünstler, die Gastronomen, Hoteliers, Reisebüros dieser Welt, die sind natürlich am Leiden, denen wird auch der Impfstoff nichts bringen.
- Erwarten Sie denn also eine handfeste Finanzkrise im Jahr 2021?
Ich gehe davon aus, ja. Man versucht natürlich weiterhin den Ball im Spiel zu halten und den „Kaugummi“ in die Länge zu ziehen. Es wird aber immer schwieriger, weil die Zombieunternehmen immer mehr werden, die Zahlungsunfähigkeit ist gegeben. Wenn dann Kredite ausfallen, kommen die Banken in eine Not- und Schieflage, dann muss der Staat wieder eingreifen und mit Steuergeldern Rettungspakete schnüren, um diese wankenden Banken zu stützen. Die Notenbanken müssen dann wieder weiter Geld drucken, die Zinsen vielleicht doch etwas tiefer senken und alles aufkaufen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Ich sehe die Chancen als mehr als gegeben, das 2021 die ersten Einschläge kommen. Meine Prognose bleibt weiterhin die, dass wir 2023 auf jeden Fall den größten Crash aller Zeiten erleben werden und der hat jetzt begonnen. 2021 könnte der sich natürlich noch weiter massiv entfalten. Die Chancen sind über 70 Prozent, dass wir 2021 massivste Verwerfungen an den Kapitalmärkten sehen und auch Banken, die umkippen und durch die Staaten gerettet werden müssen.
Das aktuelle Buch von Marc Friedrich und Matthias Weik „Der größte Crash aller Zeiten – Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können“ ist im Eichborn Verlag erschienen.
Das komplette Interview mit Marc Friedrich zum Nachhören:
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