Cyber-Spionage-Vorwürfe gegen Russland von US-Finanzministerium – Außenamt und Kreml dementieren

© AP Photo / Wilfredo LeeHackerangriff (symbolbild)
Hackerangriff (symbolbild) - SNA, 1920, 14.12.2020
Hacker, die vermutlich für Russland arbeiten sollen, haben den internen E-Mail-Verkehr in den US-Finanz- und Handelsabteilungen überwacht, meldet Reuters unter Verweis auf die mit der Situation vertrauten Personen.
Man nehme den Hack sehr ernst, sodass am Samstag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus organisiert worden sei, so die Quellen. Man befürchte, dass die bisher aufgedeckten Hacks die Spitze des Eisbergs sein könnten.
US-Beamte haben nicht viel dazu öffentlich gesagt. Das Handelsministeriums soll bestätigt haben, dass es bei einer ihrer Agenturen ein Leck gegeben habe, und man die Agentur für Cyber- und Infrastruktursicherheit und das FBI um Ermittlungen gebeten habe. Man unternehme „alle notwendigen Schritte, um mögliche Probleme im Zusammenhang mit dieser Situation zu identifizieren und zu beheben", so der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Ullyot.
Die US-Regierung hat noch keine Identifizierung der Hacker öffentlich gemacht. Laut den Quellen wird derzeit angenommen, dass Russland für den Angriff verantwortlich sei. Dieser Angriff solle auch mit dem Hack gegen FireEye, ein großes US-amerikanisches Cybersicherheitsunternehmen mit Regierungs- und Handelsverträgen, zusammenhängen, glauben zwei von der vertrauten Personen.
Es wird angenommen, dass die Cyberspione durch heimliche Manipulationen an den vom IT-Unternehmen SolarWinds veröffentlichten Updates, das Regierungskunden in der Exekutive, im Militär und im Geheimdienst bedient, eingedrungen seien, erklärte die Quellen weiter.

Reaktionen aus Russland

In einer Erklärung auf Facebook beschrieb das russische Außenministerium die Vorwürfe als einen weiteren unbegründeten Versuch der US-Medien, Russland für Cyberangriffe gegen US-Behörden verantwortlich zu machen.
„Angriffe im Informationsraum widersprechen den außenpolitischen Grundsätzen unseres Landes, seinen nationalen Interessen und dem Verständnis darüber, wie Beziehungen zwischen Staaten aufgebaut werden. Russland führt keine ‚offensiven‘ Operationen in virtueller Umgebung durch“, hieß es in der Erklärung.
Laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat Russland nichts mit dem Hackangriff zu tun, meldet RIA Novosti. Präsident Wladimir Putin habe zuvor auch angeboten, auf dem Gebiet der Cybersicherheit zusammenzuarbeiten, aber keine Antwort von amerikanischer Seite erhalten, erinnerte Peskow. Sie dürfen „Russen so unbegründet nicht für alles verantwortlich machen, wir haben nichts damit zu tun“, fügte er hinzu.
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