Bericht: Hinter Giftanschlag auf Nawalny sollen acht russische Agenten stecken

© SNA / Jewgeni Odinokow / Zur BilddatenbankAlexej Nawalny
Alexej Nawalny - SNA, 1920, 14.12.2020
Nach Angaben des internationalen Rechercheteams unter Teilnahme des deutschen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wurde der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny Opfer eines Giftanschlags, an dem mindestens acht Agenten des russischen Sicherheitsdienstes FSB teilgenommen haben sollen.
Demnach sollen die Agenten Nawalny schon seit 2017 ständig verfolgt haben. Damals hatte der Kreml-Kritiker zum ersten Mal mitgeteilt, dass er für das russische Präsidentenamt im Jahr 2018 kandidieren wolle.
Laut „Spiegel“ habe das Rechercheteam nachgewiesen, dass die FSB-Agenten Nawalny auf mehr als 30 Flügen begleitet hatten. Dem Bericht zufolge war diese Gruppe schon vor dem Anschlag auf Nawalny an mehreren Tötungsversuchen beteiligt gewesen.
In Bezug auf den veröffentlichten Bericht hat die SNA mehrere Experten sowie Institutionen angefragt.

Fall Nawalny

Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug (Tomsk – Moskau) zusammengebrochen. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchungen nannten die Omsker Ärzte als Hauptdiagnose eine Stoffwechselstörung.
Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Berliner Charité entlassen.
Notaufnahme der Berliner Charite-Klinik, wo Alexei Nawalny behandelt wurde - SNA, 1920, 13.12.2020
„Times“ schreibt über „zweiten Giftanschlag“ auf Nawalny
Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) teilte im Oktober mit, dass in den Blut- und Urinproben des russischen Bloggers und Kreml-Kritikers Giftspuren festgestellt worden seien, welche auf einen der Nowitschok-Gruppe ähnlichen Nervenkampfstoff schließen ließen. Dieser soll jedoch nicht in der Chemiewaffenkonvention gelistet sein. Die Untersuchung beruhte demnach auf eigenen Analysen der OPCW und soll mit den Befunden der Spezial-Labore in Deutschland, Frankreich sowie in Schweden übereingestimmt haben.
Russland hat bereits mehrmals Deutschland sowie andere westliche Partner und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zur Kooperation im Fall Nawalny aufgefordert, doch weder Berlin noch Paris stellen Russland die erforderlichen Daten zur Verfügung und antworten nicht auf russische Rechtshilfegesuche.
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