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Nigeria: Zehn Kinder und Frauen nach Razzia in „Babyfabrik“ befreit

© CC0Kind, Symbolbild
Kind, Symbolbild - SNA, 1920, 13.12.2020
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Einer Mitteilung der Hilfsorganisation „SOS-Kinderdörfer“ von Sonntag zufolge sind in Nigeria bei einer Polizeikontrolle zehn Kinder und Frauen aus einer sogenannten „Babyfabrik“ befreit worden.
„Der Vorfall macht erneut deutlich, dass diese Einrichtungen weit verbreitet sind und es dem Staat nicht gelingt, sie einzudämmen. Oft stecken gut organisierte kriminelle Syndikate dahinter", sagte Eghosha Erhumwunse, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nigeria.
Immer wieder habe es in den letzten Jahren solche Razzien gegeben. Oft werden die Betroffenen nicht einmal festgenommen oder aber gegen Kaution schnell wieder freigelassen.
„In den meisten Fällen betreiben sie ihr illegales Geschäft ungehindert weiter“, so Erhumwunse.
Daher gebe die Rettungsaktion keinen Anlass zur Hoffnung.

Nigerias Schwarzmarkt-Babys

In die meist als Frauenhäuser, Kliniken oder Waisenhäuser getarnten Einrichtungen würden schwangere Frauen und junge, öfters minderjährige Mädchen mit Versprechungen auf einen professionellen Schwangerschaftsabbruch oder einen guten Job gelockt und dort eingesperrt.
Sekundarschule in Kankara, Bundesstaat Katsina, Nigeria, der 12. Dezember 2020  - SNA, 1920, 13.12.2020
Bewaffnete greifen Schule in Nigeria an – Hunderte Kinder entführt
„Sind die Mädchen nicht ohnehin schon schwanger, werden sie vergewaltigt“, meinte Erhumwunse. Die Babys würden hauptsächlich an Paare verkauft, teilweise sogar nach Europa, die selbst keine Kinder bekommen können. Manche der Kinder würden auch als Arbeits- und Sexsklaven eingesetzt oder gar für rituelle Handlungen, hieß es.
Mit Hinblick darauf, dass die Kinderlosigkeit in Nigeria als gesellschaftliches Stigma gilt, sagte er, dass das Thema „Kinderlosigkeit“ aus der Tabuzone geholt und die Täter empfindlich bestraft werden müssten.
1949 wurde das erste SOS-Kinderdorf (SOS steht für „Societas Socialis“, dt. etwa: soziale Gemeinschaft) gegründet. Inzwischen gibt es 575 Organisationen weltweit. Der Dachverband ist in Innsbruck ansässig. Seit Jahrzehnten unterstützen die SOS-Kinderdörfer verlassene Kinder und Familien in Not in Nigeria. Sie setzen sich nach eigenen Angaben durch politische Arbeit, Aufklärungskampagnen sowie die intensive Bekämpfung der Armut gegen den Kinderhandel ein.
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