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Wegen neuer Lockdown-Regeln: Chefökonomen warnen vor erneuter Rezession

© REUTERS / ANNEGRET HILSELockdown in Germany (Symbolbild)
Lockdown in Germany (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.12.2020
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Chefvolkswirte der deutschen Banken haben gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters vor einem erneuten wirtschaftlichen Abschwung im Land wegen der neuen Corona-Maßnahmen gewarnt.
„Deutschland muss sich auf eine zweite Rezession einstellen“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Sonntag. „Die wirtschaftlichen Risiken sind deutlich gestiegen, weil mit dem Einzelhandel ein wichtiger Absatzkanal der deutschen Industrie geschlossen wird.“ Damit zeichne sich mehr denn je ab, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden vierten Quartal schrumpfen werde.
„Wir rechnen mit einem Minus von gut einem Prozent gegenüber dem dritten Quartal“, so Krämer. Da auch ein Großteil des Jahresbeginns 2021 zumindest von einem weichen Lockdown betroffen sein dürfte, rechne er für das erste Quartal mit einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung.
Die Berenberg Bank geht davon aus, dass die Wirtschaft von Oktober bis Dezember um 1,8 Prozent schrumpfen wird. Bislang hatte sie mit minus 1,0 Prozent kalkuliert. „Allerdings erwarten wir, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2021 diese Verluste wieder aufholen kann“, sagte Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding.
„Der Schock ist wesentlich geringer als in der ersten Welle. Wir können mit einem Lockdown wesentlich besser umgehen als beim ersten Mal. Das Verarbeitende Gewerbe und die Ausfuhr sind kaum betroffen“, fügte er hinzu. Der Handel allerdings werde erheblich leiden, da sich Weihnachtseinkäufe von den Innenstädten ins Internet verlagern würden.
Damit die Wirtschaft nicht komplett zum Stillstand gebracht werden muss, hält LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert den Erfolg der Tracking App für notwendig. „Dann entlasten wir Gesundheitsämter und können das öffentliche Leben besser offen halten“, sagte der Ökonom.

Härte von Politik gefordert

„Hier muss die Politik klare Kante zeigen und Freiheitsrechte einschränken. Dazu braucht es ein Commitment mit den großen Netzbetreibern“, meinte Burkert. Andernfalls drohe eine dritte Welle im März. Auch über schärfere Hygienevorschriften sollte die Regierung nachdenken.
„In China werden viel stärkere Hygienemaßnahmen beim Betreten von Gebäuden, Arbeitsstätten etc. getroffen“, sagte Burkert. Gleiches gelte für den Öffentlichen Personennahverkehr.
Ähnlich sieht das Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer: „Die Strategie des bloßen Dichtmachens ist teuer. Wir brauchen dringend tägliche Tests in Altenheimen, eine schlagkräftige Corona-App sowie Hygienekonzepte im öffentlichen Nahverkehr und Schulbussen.“

Neue Lockdown-Maßnahmen ab Mittwoch

Bund und Länder beschlossen angesichts steigender Infektionszahlen, dass bis auf Lebensmittelgeschäfte oder Drogerien alle Läden ab Mittwoch schließen müssen - zunächst bis zum 10. Januar. „Basierend auf den Erfahrungen des Frühjahrs dürfte der harte Lockdown die tägliche Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft um schätzungsweise vier Prozent drücken, also um anderthalb Prozentpunkte mehr als der weiche Lockdown, der seit Anfang November gilt“, sagte Krämer.
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