Nach EU-Kritik an Exekution: Iran bestellt deutschen Botschafter ein

© AP Photo / Ali ShirbandIrans regimekritischer Journalist Ruhollah Zam
Irans regimekritischer Journalist Ruhollah Zam - SNA, 1920, 13.12.2020
Teheran hat Medienberichten zufolge den deutschen Botschafter einbestellt, nachdem die Europäische Union die Hinrichtung des regimekritischen Journalisten Ruhollah Sam auf das Schärfste kritisiert hatte, meldet Reuters.
Irans Außenministerium wolle zudem den französischen Botschafter einbestellen, so die iranische halbamtliche Nachrichtenagentur Fars am Sonntag.

EU-Kritik an Exekution

Die EU, deren Ratsvorsitz derzeit Deutschland hat, und Frankreich hatten die Exekution von Ruhollah Sam scharf kritisiert. Die Todesstrafe werde unter allen Umständen von der EU abgelehnt. Frankreichs Außenministerium nannte die Todesstrafe „barbarisch und inakzeptabel“ und sprach von einer ernsthaften Verletzung der Rede- und Pressefreiheit im Land. Auch Amnesty International und die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ verurteilten diese Hinrichtung.

Exekution des regimekritischen Journalisten

Der iranische regimekritische Journalist Ruhollah Sam wurde am Samstag hingerichtet. Der Oberste Gerichtshof des Irans bestätigte am Dienstag das Todesurteil von Sam, der 2019 nach Jahren im Exil gefangen genommen wurde.
Zuvor lebte Sam in Frankreich und betrieb einen News-Kanal namens „Amad News“ in der Messaging-App Telegram. Dort hatte er mehr als eine Million Anhänger. Sam wurde beschuldigt, mit französischen und israelischen Geheimdiensten gegen den Iran zusammengearbeitet und versucht zu haben, den Iran durch Anstiftung zu Gewalt bei den Protesten von 2017 zu destabilisieren, so Al Jazeera. Er selbst bestritt diese Vorwürfe.
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