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Über Jahre durch Priester und Nonnen missbraucht – Gericht bestätigt Vorwürfe – Medien

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Der Dom zu Spreyer - SNA, 1920, 12.12.2020
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Das Darmstädter Sozialgericht hat laut einem Medienbericht die Vorwürfe eines 63 Jahre alten Mannes gegen das Speyerer katholische Kinderheim des Frauenordens Niederbronner Schwestern bestätigt, wo ihn die Nonnen jahrelang mehreren Priestern zum sexuellen Missbrauch überlassen haben sollen.
Das Gericht gab dem 1957 in Mainz geborenen Mann Recht, er hatte Hilfe nach dem Opferentschädigungsgesetz geltend gemacht aufgrund der erlittenen Misshandlungen und des sexuellen Missbrauchs, berichtete die Zeitung „FAZ“.
Die Zeit dort sei eine des „ständigen Missbrauchs“ gewesen, hieß es. Von einem Missbrauch an ihm in rund 1000 Fällen gehe der Mann aus, zudem in 300 Fällen bei seiner nachfolgenden Ausbildung in einer Bäckerei. Als Zeitraum würden die Jahre 1963 bis 1975 angegeben.

Nonnen sollen Missbrauch durch Priester ermöglicht haben

„Systematisch“ habe der Missbrauch in seiner Zeit als Ministrant nach seiner „Zwangstaufe“ begonnen. Er sei einem Priester zugeordnet gewesen, der auch sein Beichtvater gewesen sei, so sei der „Kreis immer geschlossen gehalten worden“. Dabei habe es sich um den Generalvikar und Offizial des Bistums, Prälat Rudolf Motzenbäcker, gehandelt. Diesen beschuldigt der Kläger des vielfachen Missbrauchs. Motzenbäcker habe sich alleine sowie mit anderen Personen an ihm bei „Sexpartys“ vergangen, habe ihn wiederholt in seine Wohnung mitgenommen. Einmal hätten ihn drei Priester gemeinsam missbraucht.
Die Nonnen hätten ihn „regelrecht hingeschleppt“. An anderer Stelle wird der Vorwurf erhoben, die Nonnen hätten an dem Zuführen der Missbrauchsopfer an die Täter Geld verdient. Irgendwann habe er seinen Widerstand dagegen aufgegeben, berichtete die „FAZ“ unter Verweis auf das ihr zur Verfügung stehende Urteil.

Mutmaßlicher Mord an einem vergewaltigten Mädchen

Bei den „Sexpartys“ habe er ein Mädchen kennengelernt. Mit zwölf Jahren sei dieses schwanger geworden. Er habe versucht, ihr zu helfen, sei mit ihr zusammen bei der Polizei und anderen Behörden gewesen. Überall habe man sie als Lügner dargestellt. Eines Tages sei das Mädchen verschwunden. Er habe sie aufgehängt im Speicher gefunden. Er glaube jedoch nicht an Suizid. Es habe keine Aufstiegshilfe gegeben. Er vermute, dass das Mädchen zu viel gewusst habe.
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Auf der von dem Mann eingerichteten Internetseite hieß es, dass auch Politiker unter den Missbrauchstätern gewesen seien. Der vielfache Missbrauch sei mit dem Wissen von „Polizei, Justiz, Jugendamt und Bischof“ geschehen. In dem Urteil des Darmstädter Sozialgerichts sei von „authentischen Angaben“ des Klägers und „selbst Erlebtem“ die Rede. Der Mann leide als Folge des erlittenen Unrechts an einer Posttraumatischen Belastungsstörung sowie psychischen Störungen, heißt es weiter. Ans Licht kam der Fall durch die Klage des Mannes nach dem Opferentschädigungsgesetz. Vom Bistum Speyer habe er eine Summe von 15.000 Euro bekommen.
Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Speyer ließ dem Gericht zufolge wissen, dass es Verfahren zu vier Betroffenen des im Jahr 2000 geschlossenen Kinderheims gebe. Akten hätten nicht mehr gefunden werden können. Die Betreuung des Klägers in der Einrichtung wurde aber bestätigt. Von dem Missbrauchsbeauftragten der Niederbronner Schwestern hieß es demnach, es gebe keine Unterlagen zu dem Aufenthalt der Kinder in der Einrichtung mehr. Befragungen der Schwestern des Ordens hätten die Vorwürfe des Klägers nicht bestätigt. „Im Übrigen sei der Kontakt zu dem Kläger beendet worden.“
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