Durchbruch beim EU-Gipfel, Harter Lockdown schon vor Weihnachten

© REUTERS / FABRIZIO BENSCHWeihnachtsbeleuchtung in Berlin
Weihnachtsbeleuchtung in Berlin - SNA, 1920, 11.12.2020
Durchbruch beim EU-Gipfel; Harter Lockdown schon vor Weihnachten; Sachsen verschärft Maßnahmen schon ab Montag; Brasilien in der Endphase der Corona-Pandemie; Kuba schafft System der Doppelwährung ab; Karnevalsprinz wehrt sich nach Nacktfotos vor Gericht
SNA präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Freitag geschehen ist.

Durchbruch beim EU-Gipfel

Der EU-Haushaltsstreit mit Polen und Ungarn ist überwunden. Der Weg für das 1,8 Billionen schwere Finanzpaket für die nächsten Jahre und auch Corona-Milliardenhilfen ist frei. Den Durchbruch brachte ein von Deutschland vermittelter Kompromiss, den alle Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in Brüssel billigten. Ungarn und Polen hatten das Haushaltspaket für die nächsten sieben Jahre einschließlich 750 Milliarden Euro an Corona-Hilfen blockiert, weil sie mit einem neuen Rechtsstaats-Mechanismus nicht einverstanden waren.
EU-Gipfel in Brüssel am 10. Dezember 2020 - SNA, 1920, 11.12.2020
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Harter Lockdown schon vor Weihnachten

Deutschland steuert auf einen bis zu drei Wochen dauernden harten Lockdown noch vor Weihnachten zu. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von der SPD, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, sagte, es zeichne sich ab, auch in den Gesprächen mit den Kollegen der Bundesländer, dass es ab 20. Dezember doch erhebliche Einschnitte gebe und der Einzelhandel deutlich heruntergefahren werde. Die Schulferien hätten dann ohnehin begonnen, viele Menschen gingen nicht mehr arbeiten und im Nahverkehr werde es ruhiger. Zwischen dem 20. Dezember und 10. Januar habe man praktisch drei Wochen massiver Einschränkungen, die mit Sicherheit auch dazu führen würden, dass die Inzidenzen runtergingen, sagte Müller in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“.

Sachsen verschärft Maßnahmen schon ab Montag

Sachsen will das öffentliche Leben angesichts drastischer Infektionszahlen im Freistaat weiter einschränken. Das Kabinett beschließt heute eine neue Corona-Schutzverordnung, die schon ab Montag gilt. Unter anderem sollen Schulen, Kindertagesstätten und Horte sowie zahlreiche Geschäfte im Einzelhandel schließen. Er sehe keine andere Alternative, die verantwortungsvoll sei, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig der Deutschen Presse-Agentur. Von Montag an soll es zwar eine Notbetreuung geben, aber die Regeln sollen strenger als im Frühjahr sein. Nur Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, werden eine Betreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen können. Dazu müssen in der Regel beide Eltern einen Nachweis erbringen. Details werden in Laufe des Tages veröffentlicht.

Brasilien in der Endphase der Corona-Pandemie

Trotz steigender Infektions- und Todeszahlen sieht Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sein Land bereits am Ende der Corona-Pandemie angekommen. „Wir sind ganz am Ende der Pandemie“, sagte Bolsonaro bei einem Besuch in der südbrasilianischen Stadt Porto Alegre. „Verglichen mit anderen Ländern auf der Welt war unsere Regierung die beste oder eine der besten im Umgang damit.“ In Brasilien sind knapp 180.000 Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben, bei rund 209,5 Millionen Einwohnern. Nachdem Brasilien von Juni bis August mehr als tausend Corona-Tote pro Tag verzeichnete, waren es vergangenen Monat „nur“ noch rund 300 Todesopfer pro Tag. Inzwischen ist die Zahl aber wieder gestiegen, diese Woche waren es mehr als 800 Corona-Tote täglich.

Kuba schafft System der Doppelwährung ab

Kuba will zum Beginn des kommenden Jahres eine seiner zwei Währungen abschaffen. Ab dem 1. Januar soll nur noch eine Währung namens Pesos zirkulieren, wie der Präsident des Karibiklandes, Miguel Díaz-Canel, im Staatsfernsehen verkündete. Der Wechselkurs werde 24 Peso zu einem US-Dollar betragen. Die Vereinheitlichung der Währung werde bessere Bedingungen schaffen, um den Bürgern Kubas Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit zu garantieren. Seit 1994 hat der sozialistische Inselstaat ein System der Doppelwährung. Neben der offiziellen Landeswährung Peso (CUP) gilt im Zahlungsverkehr der Peso Cubano Convertible (CUC). Der CUC-Wert entspricht dem des US-Dollar, der Umtauschkurs zum CUP liegt bei 1 zu 25. Während der CUP von Kubanern im stark subventionierten Staatssektor verwendet wird, zahlen ausländische Touristen in CUC.

Karnevalsprinz wehrt sich nach Nacktfotos vor Gericht

Vor dem Wuppertaler Amtsgericht wehrt sich heute ein Karnevalsprinz gegen seinen Rauswurf. Das hat eine Gerichtssprecherin mitgeteilt. Nachdem Nacktfotos des Karnevalisten aufgetaucht waren, hatte das Carneval Komitee Wuppertal ihm den Prinzenvertrag gekündigt. Bei den Fotos, die den Prinzen in Ornats Jacke, aber unten ohne zeigen sollen, soll es sich um Selfies handeln. Vier Fotos sollen dem Präsidenten der Wuppertaler Narren anonym zugesandt worden sein. Das Komitee hatte dies als eines Prinzen unwürdiges Verhalten gewertet. Der so abservierte Prinz argumentiert laut „Wuppertaler Rundschau“, er sei für die Verbreitung der Bilder nicht verantwortlich. Er habe die Fotos zwar in seiner Wohnung vor einem Spiegel aufgenommen, sie als Spaß aber nur seinem Ex-Freund geschickt.
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