„Wird nie russisches Gas transportieren“: USA reagieren mit Galle auf Nord-Stream-Weiterbau

© SNA / Alexey VitvizkzyNord Stream 2 (Archivbild)
Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 11.12.2020
Die US-Regierung hat die Fortsetzung der Bauarbeiten für die deutsch-russische Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 kommentiert und die Nachricht als unwichtig herunterzuspielen versucht. Dies berichtet die dpa unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter.
Das Nord-Stream-2-Konsortium mache „eine furchtbar große Sache“ um den Bau eines 2,6 Kilometer langen Leitungsabschnitts, teilte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter am Freitag auf dpa-Anfrage mit. Es handele sich um ein „Rohr, das niemals russisches Gas transportieren wird“. Wenn Nord Stream 2 das Projekt wirklich fertigstellen könnte, hätten sie es schon längst getan, so der US-Regierungsvertreter. Er betonte, dass nicht einmal klar sei, wer den Bau versichere. Das Unternehmen mache dazu keine Angaben.
Rohrverlegung beim Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 11.12.2020
Nord Stream 2: Rohrleger „Fortuna” nimmt seine Arbeit wieder auf
Der Bau der Pipeline Nord Stream 2 ist am heutigen Freitag wieder aufgenommen worden. Der Rohrleger „Fortuna“ setzt laut einer Pressemitteilung der Nord Stream 2 AG seine Arbeit fort: Geplant sei ein 2,6 Kilometer langer Gaspipeline-Abschnitt in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands in einer Tiefe von weniger als 30 Metern.
Die US-Regierung will die Vollendung der zum großen Teil fertigen Gasleitung verhindern und droht mit Sanktionen für Firmen, die an dem Projekt beteiligt sind.
Vor knapp einem Jahr waren die Bauarbeiten an Nord Stream 2 vor der dänischen Insel Bornholm gestoppt worden. Der Grund dafür waren die von den USA verhängten Sanktionen gegen die Spezialschiffe, die die Rohre verlegen. Die beiden Schweizer Verlegeschiffe wurden daraufhin abgezogen.
Gemäß dem entsprechenden US-Sanktionsgesetz können gegen betroffene Personen Einreiseverbote in die Vereinigten Staaten verhängt werden. Etwaiger Besitz betroffener Personen oder Firmen in den USA kann eingefroren werden.

Nord Stream 2

Das Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland. Die Pipeline verläuft in den Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro.
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