US-Bundesbehörden lassen bis zum Ende von Trumps Amtszeit erneut Häftling hinrichten

CC0 / TayebMEZAHDIA / Pixabay / US-Gefängnis (Symbolbild)
US-Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.12.2020
Kurz vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump haben die US-Bundesbehörden nach Medienberichten am Donnerstag (Ortszeit) erneut einen Häftling hinrichten lassen. Brandon Bernards Exekution war die neunte Hinrichtung durch Bundesbehörden seit Juli. Zuvor war diese Praxis 17 Jahre lang ausgesetzt worden.
Wie die Justizbehörden mitteilten, wurde Bernard in einer Haftanstalt in Terre Haute im Bundesstaat Indiana eine Giftspritze verabreicht. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof einen letzten Gnadenappell zurückgewiesen.
Wegen Beteiligung an einem Doppelmord 1999 im Bundesstaat Texas war Bernard zur Todesstrafe verurteilt worden. Zum Zeitpunkt der Tat war er erst 18 Jahre alt. Mit anderen afroamerikanischen Jugendlichen hatte er an der Entführung eines weißen Pastorenpaares teilgenommen. Sie zwangen das Paar aus Iowa, Geld abzuheben, schossen dann auf die beiden und verbrannten sie in ihrem Auto. Einige Beteiligte waren zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig und entgingen daher einem Todesurteil. Zwei von ihnen wurden mittlerweile aus der Haft entlassen.

Gnadenpetitionen

Mehr als 500.000 Menschen hatten nach Angaben der Zeitung „New York Post“ Petitionen an US-Präsident Trump mit der Bitte gerichtet, Bernards Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Sie argumentierten insbesondere damit, dass Bernard zur Tatzeit gerade erst volljährig geworden sei.
Trumps Regierung will bis zum Ende der Amtszeit vier weitere Hinrichtungen. In den vergangenen 131 Jahren war es in den USA Usus, dass scheidende US-Präsidenten keine Hinrichtungen mehr vollstrecken lassen.
Coronavirus: Lage in New York  - SNA, 1920, 11.12.2020
USA: Todeszahlen durch Corona übertreffen bereits die vom Zweiten Weltkrieg
Im Jahr 2019 hatte Trumps Regierung angekündigt, dass sie beabsichtige, die Hinrichtungen auf Bundesebene wieder zu vollstrecken. Zu jenem Zeitpunkt hatten 62 Menschen in den Bundesgefängnissen auf die Hinrichtung gewartet. Dies ist allerdings nur eine relativ kleine Anzahl von Verurteilten, die in den Vereinigten Staaten auf ihre Hinrichtung warten, da die überwiegende Mehrheit von ihnen eher der Gerichtsbarkeit der US-Bundesstaaten untersteht.
Im Juli hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten beschlossen, dass die ersten Hinrichtungen in Bundesgefängnissen seit 17 Jahren ausgeführt werden dürften. Als Erster war der 47-jährige Mörder Daniel Lewis Lee am 14. Juli im Bundesgefängnis in Terre Haute (US-Bundesstaat Indiana) exekutiert worden. Die Hinrichtung soll nach Angaben der Medien durch eine Giftspritze vollzogen worden sein.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала