Streit um S-400: Erdogan hält US-Sanktionen für „respektlos“

© SNA / Pamil SitdikovDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivfoto)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivfoto)  - SNA, 1920, 11.12.2020
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die US-Sanktionen gegen die Türkei wegen des Erwerbs von russischen Flugabwehrsystemen S-400 mit scharfen Worten verurteilt.
Die US-Sanktionen gegen die Türkei seien respektlos gegenüber einem wichtigen NATO-Partner, sagte Erdogan nach Angaben der türkischen Tageszeitung „Hurriyet“.
In den kommenden Tagen könnte Washington Beschränkungen gegen das türkische Sekretariat für die Verteidigungsindustrie und dessen Leiter Ismail Demir wegen des Kaufs von russischen Flugabwehrsystemen S-400 ankündigen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Quellen berichtet.
Die Lieferungen der modernsten russischen Flugabwehrsysteme S-400 an die Türkei, die eine Krise in den Beziehungen zwischen der Türkei und der Nato zur Folge hatten, hatten Mitte Juli 2019 begonnen. Washington forderte Ankara auf, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen und im Gegenzug amerikanische Systeme „Patriot“ zu kaufen.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivfoto) - SNA, 1920, 10.12.2020
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Ankara hatte zuvor den Kauf von amerikanischen Luftabwehrsystemen tatsächlich in Erwägung gezogen. Die von den USA angebotenen Bedingungen waren jedoch laut Erdogan „ungeeignet“. Konkret ging es um den Preis: Die S-400-Luftabwehrkomplexe kosteten laut dem Sender CNBC die Hälfte der Patriot-Systeme.
Die USA drohten auch, den Verkauf der neuesten Kampfflugzeuge F-35 an die Türkei zu verzögern oder zu stornieren sowie Sanktionen gemäß dem sogenannten Gesetz zur Bekämpfung der Gegner Amerikas (CAATSA) zu verhängen. Ankara weigerte sich, Zugeständnisse zu machen, und setzte die Verhandlungen über eine weitere Lieferung von S-400-Systemen fort.
Das S-400-System gilt als eines der effektivsten Langstreckenflugabwehrsysteme der Welt. Es kann bis zu 300 Ziele zugleich erfassen und sie in einer Entfernung von bis zu 400 Kilometern und einer Flughöhe von 27 Kilometern bekämpfen.
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