Klimaabkommen von Paris: Thunberg bemängelt „fünf Jahre der Untätigkeit“

© REUTERS / @gretathunbergGreta Thunberg und ihr Protestschild mit der Aufschrift „Schulstreik fürs Klima“
Greta Thunberg und ihr Protestschild mit der Aufschrift „Schulstreik fürs Klima“ - SNA, 1920, 11.12.2020
Fünf Jahre nach dem Weltklimaabkommen von Paris hat die Aktivistin Greta Thunberg der internationalen Gemeinschaft fortdauernde Tatenlosigkeit vorgeworfen.
„Morgen sind es fünf Jahre seit dem Pariser Abkommen. Fünf Jahre der Untätigkeit und des Schaffens von Schlupflöchern. Wir können so nicht weitermachen“, schrieb die junge Schwedin am Freitagmorgen während ihres wöchentlichen Klimaprotests auf Twitter.
Es sei Zeit, von fernen Zielen der Klimaneutralität weg und hin zu verbindlichen, jährlichen CO2-Budgets zu kommen. Dazu stellte sie ein Bild von sich daheim mit ihrem Protestschild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik fürs Klima). Für Freitag hat die internationale Klimabewegung Fridays for Future weltweit zu Demonstrationen und Protestaktionen aufgerufen.
Thunberg stellte das Foto online, unmittelbar bevor der EU-Gipfel in Brüssel am Morgen ein verschärftes Klimaziel für 2030 beschloss. Demnach soll der Ausstoß von Treibhausgasen in der Europäischen Union bis dahin um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 sinken; bisher galt ein Ziel von minus 40 Prozent.

Schönrechnerei beim Klima

Zu dem Beschluss äußerte sich Thunberg vorerst nicht. Sie hatte das 55-Prozent-Ziel aber schon Anfang Oktober als unzureichend bezeichnet und der EU Schönrechnerei vorgeworfen. Da dieser Wert auf dem Vergleichsjahr 1990 basiere, würden dabei die Rückgänge beim CO2-Ausstoß ohne Flug- und Schiffsverkehr der vergangenen 30 Jahre miteingerechnet, hatten sie, ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer und die Belgierinnen Anuna de Wever und Adélaïde Charlier auf der Online-Plattform „Medium“ geschrieben.
Damit sei das Ziel gemessen an den Werten von 2018 in Wirklichkeit eher ein 42-Prozent-Ziel. Hinzu komme, dass der internationale Flugverkehr, die Schifffahrt und die Herstellung von Gütern außerhalb der EU nicht dazugezählt würden. „Die EU mogelt mit den Zahlen und stiehlt unsere Zukunft“, erklärten die vier Klimaaktivistinnen.
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg kommt in der Berliner Bundeskanzlei an, wo sie am 20. August 2020 die deutsche Bundeskanzlerin zu Gesprächen traf. - SNA, 1920, 10.12.2020
In EU machen sich nur noch Deutsche richtig Sorgen um Klimawandel - EIB-Umfrage
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