Ringen um Handelspakt mit EU: Johnson rechnet mit No-Deal-Szenario

© SNA / Alexej WitwitskiDer britische Premierminister Boris Johnson (Archivfoto)
Der britische Premierminister Boris Johnson (Archivfoto) - SNA, 1920, 11.12.2020
Nach der abermaligen Verlängerung der Verhandlungen mit der EU geht der britische Premierminister Boris Johnson mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass es zum No-Deal-Brexit kommt. Auch die EU bereitet sich auf eine harte Trennung von Großbritannien vor und hat einen Notfallplan parat, wie die „Tageschau“ berichtet.
In Zukunft würden die britischen Beziehungen zur EU wohl dem australischen Vorbild entsprechen und weniger dem kanadischen, sagte der britische Premierminister, Boris Johnson, am Donnerstagabend. Ab dem kommenden Jahr drohen auch im Handel zwischen Großbritannien und den EU-Staaten Import- und Exportzölle, sollte bis zum Jahreswechsel kein Handelspakt ratifiziert werden.
EU-Gipfel in Brüssel: Die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit dem griechishcen  Premierminister Kyriakos Mitsotakis - SNA, 1920, 11.12.2020
EU beschließt weitere Sanktionen gegen Türkei und Russland
Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU im Februar trat eine Übergangsphase in Kraft, um ein Handelsabkommen auszuhandeln. Doch bislang sind die Gespräche zwischen Brüssel und London ohne Ergebnis. Dass die Differenzen zu groß sind, wurde zuletzt bei einem Treffen Johnsons mit der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch deutlich.
Laut Johnson geht es nun auf die „Extrameile“: Bis Sonntag solle als allerletzter Aufschub noch weiterverhandelt werden. Er betonte seinen Willen, sich für einen Deal in letzter Minute einzusetzen:
„Ich werde nach Brüssel gehen, ich werde nach Paris gehen, ich werde nach Berlin gehen, ich werde wo auch immer hingehen, um einen Deal nach Hause zu bringen.“
Dennoch bereitet sich die Europäische Union dem Bericht zufolge auf eine harte Trennung von Großbritannien vor. Für den Fall, dass die Verhandlungen scheitern, legte die EU-Kommission begrenzte Notfallmaßnahmen vor, um Störungen im Flug- und Straßengüterverkehr zu vermeiden. Demnach sollen unter anderem bestimmte Flugverbindungen bis Mitte 2021 aufrechterhalten werden. „Wir müssen vorbereitet sein - auch darauf, dass am 1. Januar kein Vertrag in Kraft ist“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen laut dpa.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала