Neue Höchstwerte in Deutschland: RKI meldet fast 30.000 Corona-Neuinfektionen und 600 Tote

© AP Photo / Martin MeissnerEin Corona-Banner mit aufgedruckten Hygienehinweisen auf einer Kirche in Gelsenkirchen (14.10.2020)
Ein Corona-Banner mit aufgedruckten Hygienehinweisen auf einer Kirche in Gelsenkirchen (14.10.2020) - SNA, 1920, 11.12.2020
Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland wieder deutlich. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag sowohl neue Höchststände bei der Zahl der Neuinfektionen als auch der Zahl der Corona-Toten.
Demnach wurden 29.875 Menschen innerhalb von 24 Stunden als neuinfiziert registriert - das sind gut 6000 mehr als am Freitag vor einer Woche. Erst am Tag zuvor war ein Rekord verzeichnet worden. Insgesamt liegt die Zahl der Infektionen in Deutschland bei 1.272.078.
Auch die Zahl der an oder mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen erreichte mit 598 einen neuen Höchstwert. Ingesamt gibt es damit bisher 20.970 registrierte Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus in Deutschland. Auch die Sieben-Tages-Inzidenz schnellte nach oben. Das RKI gibt sie nun mit 156,3 an. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich rechnerisch neu innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner anstecken. Ziel von Bund und Ländern ist eigentlich ein Wert von 50, damit Gesundheitsämter Infektionsketten wieder nachverfolgen können.
Eine geschlossene Niederlassung von Karstadt-Galeria Kaufhof in Dortmund - SNA, 1920, 10.12.2020
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Die neuen Zahlen befeuern die laufende Debatte zwischen Bund und Ländern über einen früheren und härteren Lockdown, teilt die Agentur Reuters am Freitag mit. Bisher hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten nicht auf einen Termin für eine gemeinsame Schalte einigen können.

Merkel für härteren Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in der Generaldebatte im Deutschen Bundestag am Mittwoch erneut für einen härteren Lockdown eingetreten. Sie verwies auf Empfehlungen der Wissenschaft, jetzt die Kontakte weiter drastisch zu senken. Sie halte es daher für richtig, die Geschäfte nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar zu schließen und auch den Unterricht an den Schulen zu minimieren. Darüber hinaus betonte Merkel die Bedeutung einer freiheitlichen Demokratie bei der Bekämpfung der Pandemie. Es seien nicht Verbote der Schlüssel zum Erfolg, es sei vielmehr "das verantwortliche Verhalten eines jeden Einzelnen und die Bereitschaft mitzumachen", sagte Merkel. Und die große Mehrheit der Deutschen habe gezeigt, dass sie bereit sei, die Regeln einzuhalten.
Die härteren Maßnahmen wie die Schließung von Schulen oder Einzelhandel schon vor Weihnachten stößen teilweise auf Widerstand. Einige Landesregierungen hatten zudem ihrerseits gesagt, dass vor Gesprächen klar sein müsse, dass man sich auf eine gemeinsame Linie einigen könne. Angedacht sind Beratungen für Sonntag. Ein härterer Lockdown mit Geschäftsschließungen bis zum 10. Januar gilt mittlerweile angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen als weitgehend unstrittig.
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