Gericht erlaubt weitere Waldrodung auf Tesla-Baustelle bei Berlin

© REUTERS / ANNEGRET HILSETesla Gigafactory in Deutschland
Tesla Gigafactory in Deutschland - SNA, 1920, 10.12.2020
Der US-Elektroautobauer Tesla darf auf seiner Baustelle in Grünheide bei Berlin weiter Waldfläche abholzen. Das hat das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) entschieden, wie es am Donnerstag mitteilte. Damit lehnte das Gericht einen Eilantrag der Umweltverbände Nabu und Grüne Liga für einen vorläufigen Rodungs-Stopp ab, wie dpa meldet.
Die erteilte Genehmigung des vorzeitigen Beginns der genehmigten Baumfällarbeiten sei rechtmäßig, hieß es vom Gericht zur Begründung. Die Abwägung der naturschutzrechtlichen Belange durch das Landesamt für Umwelt sei nicht zu beanstanden.
Erst am Dienstag hatte das Gericht die vorläufige Genehmigung für die Rodung im Eilverfahren vorerst gestoppt. Nun folgte die endgültige Entscheidung. Der Eilantrag der Umweltverbände richtete sich gegen die vorzeitige Zulassung der Rodung von 82,9 Hektar Wald auf dem für die Tesla-Fabrik vorgesehenen Grundstück in Grünheide bei Berlin.
Die im Bau befindliche Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin - SNA, 1920, 08.12.2020
Tesla muss in Grünheide Waldrodung zunächst einstellen
Die Hauptursache für diesen Eilantrag seien „massive Mängel im Umgang mit dem Artenschutz“ gewesen, teilte Christiane Schröder, die Landesgeschäftsführerin von dem Naturschutzbund Nabu Brandenburg, im Gespräch mit SNA-News mit.
„Es ist immer und überall üblich, dass mindestens eine Vegetationsperiode lang die Tiere abgefangen werden. In Grünheide soll das Ganze innerhalb von zwei Monaten funktioniert haben, was aus ökologischen Gründen vollkommen unmöglich ist“, sagte Schröder. 
Sie rief Tesla auf, mehr zum Ausgleich der jetzt getöteten Tiere zu machen und „in umgebenden Bereichen bessere Aufwertungs- und Unterstützungsmaßnahmen für diese Arten umzusetzen“, insbesondere für die Zauneidechse und die Schlingnatter.
Am Montag vor einer Woche hatte das Brandenburger Landesamt für Umwelt genehmigt, dass Tesla für den Bau seiner Fabrik weitere 82,8 Hektar Waldfläche roden darf. Das Gelände benötigt Tesla den Angaben zufolge für Rohrleitungen und als Lagerungsmöglichkeit. Bei einer ersten Rodung war eine Fläche von 92 Hektar abgeholzt worden.
Tesla will in einer ersten Phase jährlich rund 500.000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y bauen. Bisher baut das Unternehmen über einzelne vorläufige Zulassungen, weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg noch aussteht. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für die Umwelt.
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