Pandemie drückt TUI tief ins Minus – Neustart nach Krise im Visier

© AFP 2022 / ODD ANDERSENTUI-Reisebüro Berlin (Archiv)
TUI-Reisebüro Berlin (Archiv) - SNA, 1920, 10.12.2020
Die Corona-Krise hat dem Tourismusriesen TUI einen der größten Verluste der Firmengeschichte eingebrockt. Das Minus im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr lag bei rund 3,1 Milliarden Euro, wie der mit Staatshilfen gerettete Konzern aus Hannover am Donnerstag mitteilte.
Im Vorjahr hatte es noch einen Gewinn von 532 Millionen Euro gegeben. Der Umsatz sank zuletzt um 58 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.
"Alle Indikatoren weisen auf einen erfolgreichen Neustart des Reisegeschäfts hin, sobald die Pandemie überwunden ist", zitiert die Agentur Reuters den TUI-Chef Fritz Joussen. "Wir sind gerüstet für diesen Neustart."
Der Konzern bekommt bereits drei Milliarden Euro Unterstützung vom Steuerzahler. Vorige Woche schnürte TUI ein weiteres Rettungspaket, an dem sich der Bund mit 1,3 Milliarden Euro beteiligt. Eine Kapitalerhöhung privater Investoren und des russischen Großaktionärs Alexej Mordaschow soll weitere 500 Millionen Euro in die Kasse spülen und für wichtige Liquidität sorgen. Denn wegen der Reisewarnungen in Folge der Virus-Pandemie fehlten TUI nicht nur die Umsätze. Aufgrund von Stornierungen floss auch noch viel Geld ab. Das langfristige Ziel, die jährlichen Kosten um 300 Millionen Euro zu senken, erhöht TUI auf 400 Millionen Euro.
Mitarbeiter eines Daimler-Werks  - SNA, 1920, 09.12.2020
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Mit der Aussicht auf einen Impfstoff setzt die Reisebranche für das nächste Jahr auf anziehendes Geschäft. TUI sieht 2021 für den Tourismus als Übergangsjahr, 2022 sei dann mit einer Rückkehr zum Niveau vor Corona zu rechnen. Eine konkrete Prognose für den Reisemarkt wagt TUI wegen der coronabedingten Unsicherheit allerdings nicht.

"Die Gesamtbuchungen über alle Märkte für den Winter 2020/21 liegen aktuell um 82 Prozent unter Vorjahr, und entsprechen in etwa den reduzierten Kapazitäten", hieß es.

Die Durchschnittspreise seien um vier Prozent höher. "Die Buchungen für den Sommer 2021 liegen im Vergleich zum regulären Sommer 2019 um drei Prozent höher." Die durchschnittlichen Preise für das Sommerprogramm seien derzeit um 14 Prozent höher als für 2020.

Kräftiges Comeback der deutschen Wirtschaft im Sommer

Zuvor war berichtet worden, dass gestiegene Exporte und die Kauflaune der Verbraucher das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Sommer nach dem coronabedingten Absturz anschieben. Doch zum Jahresende dürfte die Erholung vorerst enden, teilte das Statistische Bundesamt am 24. November in Wiesbaden mit. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg demnach im Zeitraum Juli bis September im Vergleich zum zweiten Quartal um 8,5 Prozent. Zum Jahresende dürfte die Erholung aber wegen des Teil-Lockdowns in Deutschland und Beschränkungen in vielen anderen europäischen Staaten angesichts steigender Infektionszahlen eine Pause einlegen, hieß es weiter.
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