„Nur Verlierer zeitigen“: So viel kosten Russland-Sanktionen Deutschland und die EU

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EU Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.12.2020
Deutschland und die EU verlieren jährlich Milliarden Euro wegen der Einschränkungen gegen Moskau. Das erklärte Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, unter Berufung auf eine Studie des ifo-Instituts.
„Die Russland-Sanktionen kosten die deutsche Wirtschaft jedes Jahr 5,45 Milliarden Euro an BIP-Wachstum. Für die Europäische Union summieren sich die Kosten auf 21 Milliarden Euro“, so Berghausen.
Mitarbeiter eines Daimler-Werks  - SNA, 1920, 09.12.2020
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Laut der Studie zu den Russland-Sanktionen, die vom ifo-Institut im Auftrag von der IHK gemeinsam mit weiteren bundesdeutschen IHKs und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) durchgeführt wurde, sind das verarbeitende Gewerbe, der Maschinenbau sowie die Kfz- und Chemie-Industrie von den Einschränkungen besonders stark betroffen.
Aus der Sicht der Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft und Verfasserin der Studie, Lisandra Flach, würde die Aufhebung der Sanktionen sowohl die europäische als auch die russische Wirtschaft positiv beeinflussen. Sie fügte hinzu:
„Innerhalb Deutschlands würden alle Bundesländer wirtschaftlich etwas davon haben, vor allem die ostdeutschen.“
Laut dem Leiter des Russland Kompetenzzentrums Düsseldorf, Aaron Röschke, könnte Deutschland bei der Aufhebung der Sanktionen seine Exporte um mehr als 15 Prozent vergrößern.
„Die Studie zeigt einmal mehr, dass Sanktionen ökonomisch betrachtet nur Verlierer zeitigen – und das auf beiden Seiten.“

Sanktionen gegen Russland

Die Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Ländern hatten sich wegen der Situation in der Ukraine verschlechtert, wo es Anfang 2014 zu einem Staatsstreich gekommen war.
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Im selben Jahr fand im Rahmen eines Referendums der Beitritt der Krim zu Russland statt. Die Halbinsel hatte bis dahin zur Ukraine gehört. Der Westen warf Russland Einmischung vor und verhängte daraufhin Sanktionen.
Moskau ergriff Vergeltungsmaßnahmen, strebte Importsubstitutionen an und erklärte mehrmals, dass ein Dialog in Form von Sanktionen kontraproduktiv sei. Russland hat wiederholt erklärt, keine Konfliktpartei in der Ukraine und kein Gegenstand der Minsker Abkommen zur Konfliktregelung im Osten der Ukraine zu sein.
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