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Initiative Lissabon-Wladiwostok: Potenzial für Wirtschaftswachstum nicht voll ausgeschöpft

© SNA / Witalij AnkowHandelshafen in Wladiwostok (Archivbild)
Handelshafen in Wladiwostok (Archivbild) - SNA, 1920, 10.12.2020
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Auf dem Weg zum gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok müssen die Teilnehmer an der eurasischen Initiative mehrere Hindernisse überwinden: Pandemie, geschlossene Grenzen, Unterschiede in den nationalen Gesetzen und Standards, sowie politische Faktoren.
Am 7. Dezember 2020 diskutierten in Hamburg mehr als 60 prominente europäische Experten aus der Logistikbranche, Eigentümer und Manager von Unternehmen sowie Vertreter der staatlichen Behörden Russlands und Deutschlands über Integrationsfragen im Rahmen der Initiative zur Schaffung eines einheitlichen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok.
Das zentrale Thema auf der Tagesordnung war die Rolle der EU und Russlands bei der Frage der wirtschaftlichen Interaktion zwischen Europa und China. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Entwicklung von Autobahnen und Verkehrsknotenpunkten innerhalb der langen Logistikkorridore der Schlüssel zur wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Regionen ist. Gleichzeitig werde nach Angaben der Teilnehmer das angegebene Potenzial für Wirtschaftswachstum und Infrastrukturentwicklung derzeit nicht voll ausgeschöpft. Wenn jedoch politischer Wille bestehe, könne dieses Entwicklungspotential auf der gesamten Länge von Lissabon bis Wladiwostok voll erschlossen werden.
In seiner Rede wies der Generaldirektor der Bundesvereinigung Logistik, Professor Thomas Wimmer, auf die Bedeutung des eurasischen Raums für die Lösung der Logistikprobleme der deutschen Wirtschaft hin. Uwe Leuschner, Generaldirektor vom Wirtschaftsclub Russland in Deutschland, bot konkrete Schritte für die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union (EU) und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) in Fragen Logistik und Zollkosten an.
Der Gemeinsame Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok sei eine Initiative, die hauptsächlich aus der Wirtschaft stammt, sagte Andrej Sobolew, Leiter der russischen Handelsmission in Hamburg. Ihm zufolge impliziert die Initiative die Beschleunigung verschiedener Integrationsprozesse. Dazu gehören die Harmonisierung und Vereinheitlichung von Standards, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, sowie die Modernisierung der Transport- und Logistikinfrastruktur.
„Diesen Aufgaben wird in Russland große Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist kein Zufall, dass auch im Kontext der Pandemie und aller damit verbundenen Einschränkungen die Lieferung von Waren aus Russland in europäische Länder nicht eingestellt wurde. Russische Lieferanten erfüllten konsequent alle ihre Verpflichtungen und der Frachttransport zwischen Russland und unseren europäischen Partnerländern funktionierte reibungslos. Gleichzeitig stieg der Umsatz von Gütern, beispielsweise im Schienenverkehr: In den zehn Monaten des Jahres 2020 wurden Export-, Import- und Transitgüter zwischen Russland und Deutschland um 2,2 Prozent mehr befördert als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019“, so der russische Handelsbeauftragte.
Die vor fünf Jahren begonnene Initiative wird erweitert. Anfang November 2020 wurde ein internationaler Vorstand mit Teilnehmern aus Österreich, Weißrussland, Frankreich, Deutschland, Italien und Russland eingerichtet, der die Aktivitäten der Initiative koordinieren wird. Ulf Schneider, Vorsitzender der Initiative Lissabon - Wladiwostok, Präsident und Gründer der Schneider Group, hob die Bedeutung eines Dialogs zwischen den Kommissionen der EU und der EAEU hervor.
„Die Corona-Krise hat den Wert der internationalen Zusammenarbeit anschaulich gemacht. Daher dürfen wir trotz aller bestehenden politischen Hindernisse die Aussicht auf einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok nicht aus den Augen verlieren. Nur die Stärkung der Zusammenarbeit auf unserem Kontinent wird es uns ermöglichen, dem harten Wettbewerb mit den Vereinigten Staaten und China standzuhalten. Wir müssen jetzt die ersten Schritte auf diesem langen Weg unternehmen und einen intensiven Dialog zwischen der EU und der EAEU fördern. Wir können uns darum kümmern, einheitliche Regeln für die Entwicklung so großer Projekte wie Green Deal und Digitalisierung zu schaffen. Auch in politisch schwierigen Zeiten sind Vertreter der Wirtschaft dafür verantwortlich, dass die Türen für einen Dialog offen bleiben“, unterstrich Ulf Schneider.
Der russische Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow (i.d.Mitte) beim Treffen mit EU-Unternehmern - SNA, 1920, 04.12.2020
Was erwarten europäische Unternehmen in Russland von 2021?
Mehr als 100 Unternehmen und Organisationen unterstützen die Initiative. Die Russisch-Deutsche Handelsgilde in Hamburg hat sich ebenfalls der Lissabon-Wladiwostok-Initiative angeschlossen. Das entsprechende Memorandum wurde auf der Sitzung am 7. Dezember von Ulf Schneider und dem Vorsitzenden der Russisch-Deutschen Handelsgilde in Hamburg, Marko Novak, unterzeichnet.
Seit 2015 setzt sich die Businessinitiative für einen offiziellen Dialog zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Wirtschaftsunion (Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan und Russland) ein. Der EAEU-Wirtschaftsraum ist mit 183 Millionen Einwohnern ein vielversprechender Markt, was einem Drittel der gesamten EU-Bevölkerung entspricht.
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