Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

EU will wegen Gas-Erkundungen im Mittelmer Sanktionen gegen Türkei verschärfen

© REUTERS / FRANCOIS LENOIREU Flagge (Symbolbild)
EU Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.12.2020
Abonnieren
Die EU soll beim letzten Gipfel des Jahres im Zusammenhang mit umstrittenen Gaserkundungen im Mittelmeer den Sanktionskurs gegen die Türkei offenbar verschärfen. Das berichtete die Agentur AFP unter Verweis auf die Beschlussvorlage für das EU-Gipfeltreffen am Donnerstag.
Demnach sollen weitere beteiligte Firmen oder Einzelpersonen aus der Türkei auf eine seit 2019 existierende EU-Sanktionsliste aufgenommen werden. Eine Ausweitung des Anwendungsbereichs des Sanktionsregimes könne auch bei Bedarf nicht ausgeschlossen werden.
„Bedauerlicherweise hat die Türkei einseitige Aktionen und Provokationen unternommen und ihre Rhetorik gegen die EU, die EU-Mitgliedstaaten und die europäischen Staats- und Regierungschefs eskaliert“, heißt es im Entwurfstext.
Zudem wurde auf weitere „einseitige und provokative Aktivitäten“ im östlichen Mittelmeerraum verwiesen, auch wenn Ankara sein Forschungsschiff „Oruc Reis“ jüngst zurückgezogen habe.
Mitte Oktober hatten die EU-Staats- und Regierungschefs die Türkei im Streit über Erkundungen vor der Küste Zyperns und Griechenlands zum Einlenken aufgefordert und zugleich Sanktionen für Dezember nicht ausgeschlossen.

EU-Abgeordnete verlangen Stopp deutscher U-Boot-Lieferungen an Türkei

Wegen der Spannungen im östlichen Mittelmeer haben mehr als 50 deutsche und griechische Europa-Abgeordnete vor dem EU-Gipfel gefordert, die Lieferungen deutscher U-Boote an die Türkei sofort zu stoppen.
In einem auf Twitter veröffentlichten Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde unter anderem die Besorgnis über die Drohungen der Türkei zum Ausdruck gebracht.
Zuvor hatten Griechenland und Zypern angesichts der andauernden Provokationen der Türkei im Streit um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer mehrmals die EU dazu aufgefordert, der Türkei keine Waffen mehr zu liefern. Erst im Oktober hatte sich der griechische Außenminister, Nikos Dendias, mit diesem Anliegen schriftlich an seinen Amtskollegen Heiko Maas (SPD) gewandt und ihn zum Rüstungsstopp aufgefordert.
Beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag soll auch von möglichen weiteren Sanktionen gegen die Türkei die Rede sein.

Griechen glauben nicht an hartes Handeln der EU im Türkei-Konflikt

Zugleich äußerten politische Beobachter und griechische Medien ihre Zweifel, dass beim jetzigen EU-Gipfel härtere Sanktionen gegen die Türkei verhängt werden könnten.
„Europa zögert, Erdogan greift an“, titelte am Donnerstag zum Auftakt des Gipfels die griechische Tageszeitung „Kathimerini“.
Die EU scheine eine „lauwarme Reaktion auf die vielfältigen Aggressionen der Türkei in den vergangenen zwei Monaten vorzubereiten“.
„Ich erwarte keine schmerzhaften Sanktionen“, sagte auch Konstantinos Filis, Direktor des Athener Instituts für Internationale Beziehungen, gegenüber dem Sender ANT1.

Erdgasstreit im Mittelmeer

Griechenland und die Türkei streiten sich seit Langem um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer, wo das Forschungsschiff „Oruç Reis“ derzeit begleitet von Kriegsschiffen nach Gas sucht. Die Erkundungen sind aus Athener Sicht illegal, weil die Region zur sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehört. Auch die EU hatte die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie zu stoppen.
Ankara hingegen vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste bereits reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала