Deutsch-russische Weltallmission: eROSITA findet große Struktur im Halo der Milchstraße

CC BY 3.0 / DLR / Konzeptbild vom Raumsonde Spektrum-Röntgen-Gamma (SRG)
Konzeptbild vom Raumsonde Spektrum-Röntgen-Gamma (SRG) - SNA, 1920, 10.12.2020
Das russisch-deutsche Observatorium Spektr-RG hat bei der Himmelsdurchmusterung eine bislang nicht bekannte kreisrunde Struktur unterhalb der Milchstraßenebene entdeckt. Dies teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos auf ihrer Webseite mit.
„Auf der ersten Karte der Durchmusterung des ganzen Himmels, die vom Röntgenteleskop eROSITA (…) durchgeführt wurde, haben die Astronomen ein wunderbares neues Detail entdeckt: eine riesige kreisrunde Struktur unterhalb der Milchstraßenebene, die eine wesentlichen Teil des Südhimmels besetzt“, heißt es in der Pressemitteilung.
Seit langem ist eine ähnliche Struktur im Nordhimmel bekannt: Sie heißt „Nordpolar-Sporn“. Lange Zeit ging man demnach davon aus, dass diese durch eine frühere Supernova-Explosion vor dutzend- oder hunderttausend Jahren entstanden war.

„Zusammengenommen scheinen die nördliche und die südliche Struktur stattdessen beide aus dem galaktischen Zentrum auszutreten und erinnern in ihrer Form an eine Sanduhr“, heißt es unter anderem im Schreiben des Max-Plank-Instituts für extraterrestrische Physik.

Michael Freyberg, der als Wissenschaftler am MPE schon viele Jahre an eROSITA arbeitet, sagte dazu: „Dank seiner Empfindlichkeit sowie Energie- und Winkelauflösung kann eROSITA den gesamten Röntgenhimmel mit bisher unerreichter Tiefe kartieren und so auch die südliche Blase eindeutig nachweisen.“
Die Röntgenemission, die im Energieband von 0,6-1,0 keV beobachtet wird, zeigt, dass die Blasen fast so groß wie die Milchstraße selbst sind.

Spektr-RG

Das Observatorium Spektr-RG wurde im Raumfahrtunternehmen NPO S. A. Lawotschkin bei Moskau gebaut. Es wurde am 13. Juli 2019 vom Raketenstartplatz Baikonur gestartet.
Die Mission verwendet zwei Teleskope: Neben eROSITA, gebaut vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Deutschland, wird auch das russische Hochenergie-Röntgenteleskop ART-XC eingesetzt.
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